Schutzloser Steigerwald: Das Fällen der Starkbäume geht weiter

Der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesbund für Vogelschutz, Greenpeace Bayern, die Gregor Louisoder-Stiftung und der Verein Nationalpark Steigerwald kritisieren zusammen mit dem WWF Deutschland die aktuell begonnenen Holzeinschläge im Hohen Buchenen Wald massiv. Nachdem die Staatsregierung den von Verbänden und der Bevölkerungsmehrheit im Steigerwald geforderten Schutz für den Hohen Buchenen Wald versagt hat, wurden dort entgegen der Zusagen der BaySF-Spitze zahlreiche dicke Bäume gefällt.

"Unsere vielen Mitglieder vor Ort sind entsetzt, dass nun bereits zahlreiche dicke Bäume der Säge zum Opfer gefallen sind", so Liebhard Löffler, 1. Vorsitzender Verein Nationalpark Steigerwald. "Der Schutz der dicken Bäume und des Hohen Buchenen Waldes wäre zum Vorteil für Mensch und Natur."

 

"Wir fordern Forstministerin Michaela Kaniber als Aufsichtsratsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten auf, hier einzuschreiten und die BaySF anzuweisen, im Steigerwald als Minimalkompromiss den Hohen Buchenen Wald zu schützen", so Volker Oppermann, Greenpeace Bayern.

 

"Bayern hat eine besondere Verantwortung für den Schutz der Buchenwälder. Wir fordern die Staatsregierung daher auf ein großflächiges nutzungsfreies Schutzgebiet einzurichten, mit dem Bayern sich für ein Weltnaturerbe Buchenwälder bewerben kann", so Helmut Beran, stellvertretender Geschäftsführer des Landesbundes für Vogelschutz.

 

"Das Ziel aus dem Koalitionsvertrag der Bayerischen Staatsregierung 10 % des Staatswaldes als nutzungsfreien Naturwald zu schützen, muss naturschutzfachlich fundiert umgesetzt werden", fordert Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung. "Der Hohe Buchene Wald muss als Tafelsilber der Bayerischen Natur dabei berücksichtigt und unbedingt geschützt werden."

 

"Mit jedem Einschlag wird die vor 4 Jahren begonnene natürliche Waldentwicklung wieder unterbrochen", kritisiert Hermann Bösche, Vorsitzender Naturforschende Gesellschaft Bamberg. "Damit wird ein Naturwald verhindert, der für den Schutz der Wald-Biodiversität unersetzlich ist."

13.12.2018

"Jetzt einfach mit dem Abholzen der dicken Bäume weiterzumachen, halten wir für einen Skandal", kritisieren die Verbände. Sie halten an ihrer Grundsatzforderung fest im Steigerwald einen Nationalpark einzurichten. Da dies die aktuelle Staatsregierung in dieser Periode nicht umsetzen will, fordern die Verbände mindestens den Hohen Buchenen Wald als nutzungsfreies Schutzgebiet zu schützen.

Die Verbände stellen dabei klar, dass sie zur Holznutzung stehen, dass aber nicht genutzte Naturwälder ein integraler Bestandteil eines nachhaltigen Waldnutzungssystems sind und deshalb auch geschützt werden müssen.

"Wir fordern, dass die Zusage des Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer an den BN eingehalten werden, dass im Hohen Buchenen Wald in diesem Winter keine dicken Bäume gefällt werden", so Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz. "Die Einschläge müssen umgehend eingestellt werden."

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Naturschutzpreis 2018 geht nach ERH

Südlicher Wasserschlauch (Bild: W. v. Brackel)
Südlicher Wasserschlauch (Bild: W. v. Brackel)

Am 27.7.2018 verlieh der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber den Bayerischen Biodiversitätspreis an vier Teichbesitzer-Familien aus dem Aischgrund.

Die BUND Naturschutz Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach gratuliert den Preisträgern herzlich und dankt für ihren tatkräftigen Einsatz. Unser Dank geht auch an den Landschaftspflegeverband Mittelfranken und die Untere Naturschutzbehörde.

Ausgezeichnet wurden Familie Geier (Krausenbechhofen), Familie Hollmann (Höchstadt/Nankendorf), Familie Schuhmann (Adelsdorf/Lauf) und Familie Sponsel (Möhrendorf) für das Projekt "Moor- und Himmelsweiher im Aischgrund".

Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken hatte die vier privaten Teichbesitzer in der Aischgründer Teichlandschaft im Wettbewerb vorgeschlagen. Ihnen gehören sogenannte „Himmelsweiher“, die nur von Oberflächenwasser der Umgebung und von Regenwasser gespeist werden. Als nährstoffarme Teiche sind sie besonders interessant für den Naturschutz. Die Familien engagieren sich seit vielen Jahren mit teils mühevoller Arbeit für den Erhalt dieser Kleinodien der biologischen Vielfalt. Mit ihrem Verständnis und ihrer Bereitschaft zur Extensivierung ist es gelungen, vom Aussterben bedrohte Arten zu erhalten, darunter bundesweit einzigartige Laichkrautbestände, mehrere Wasserschlauch- und Moorlibellenarten sowie die besten Bestände des Moorfrosches in Mittelfranken.

Weiter wurden ausgezeichnet:

  • Stiftung KulturLandschaft Günztal für das Projekt "Tümpelkampagne"
  • Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Mühldorf am Inn für das Projekt: "Büffel als Biobagger – Anlage und Erhalt von Kleingewässern ohne Maschineneinsatz im Rahmen landwirtschaftlicher Tierhaltung"
  • Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid für das Projekt "Werdsee im Erlenbruchwald in Wiesentheid"

Die Vergabe eines Biodiversitätspreises kann einen positiven Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung der Belange des Natur- und Umweltschutzes, insbesondere der Arten- und Lebensraumvielfalt leisten. Mit dem Preis soll insbesondere das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt gestärkt und das Engagement für dieses Anliegen anerkannt werden. Der Bayerische Naturschutzfonds ist auf Grund seiner satzungsmäßigen Bestimmung die geeignete Einrichtung, einen derartigen Preis regelmäßig auszuloben. Die Verleihung des "Bayerischen Biodiversitätspreises-Natur.Vielfalt.Bayern." erfolgte erstmals im Jahr 2010.


Schilf mähen über Eis

Auch im Winter 2017/18 haben es die Naturschützer wieder geschafft. Bei klirrender Kälte mähten sie das dürre Schilf auf vereistem Weiher, um es vor Ort zu verbrennen.

Die Aktion dient der Verjüngung des Schilfbestandes und der Verbesserung der Strukturen am "Schneidersweiher" im Naturschutzgebiet Mohrhof bei Poppenwind und erfolgte - wie letztes Jahr -
in enger Zusammenarbeit mit Karin Klein-Schmidt vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken
und der Unteren Naturschutzbehörde.

Weil überaltertes Schilf mit der Zeit zusammenbricht, bietet es keinen Brut- und Schutzraum mehr für die seltenen Vogelarten des Weihergebiets wie den Sumpfrohrsänger, die Rohrdommel oder den Purpurreiher. Im frisch ausgetriebenen, dichten Schilf können die so genannten Röhrichtbrüter wieder ihre Nester bauen und sich vor ihren Feinden verstecken.

Davon können sich die Besucher des Mohrhofgebiets allerdings nur aus der Ferne überzeugen, denn
ab 1. März besteht fast überall im Vogelschutzgebiet wieder Betretungsverbot.