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08.12.2014 - BN lehnt A3-Ausbau ab

Der BUND Naturschutz (BN) als Träger öffentlicher Belange hat seine Stellungnahme an die Regierung von Mittelfranken zur Erweiterung der A3 im Bereich Höchstadt-Ost bis Klebheim, und zur PWC-Anlage erläutert.

Ausbau der A3
Der BN lehnt die sechsspurige Erweiterung der Autobahn ab. Dafür gibt es aus Sicht des BN mehrere Gründe. Neben einer formalen Verfahrensunterlassung durch die Regierung, die mit Europarecht kollidiert, ist auch der Bedarf nicht schlüssig nachgewiesen, und berücksichtigt nicht zukünftige Rahmenbedingungen. Des weiteren wird durch den Ausbau der KFZ-Verkehr begünstigt und damit noch mehr Verkehr ausgelöst. Der einhergehende CO2-Ausstoß untergräbt die Beschlüsse des Klimaschutzes der Bundesregierung. Die Zunahme von Luftschadstoffen und von Lärm in den abführenden Straßen werden nicht berücksichtigt. Letztendlich beträgt der Flächenverbrauch alleine in diesem 10,9 km langen Streckenabschnitt inklusive PWC-Anlage um 16,2 Hektar.
„Wir fordern daher eine massive Verlagerung zumindest des Güterverkehrs auf die Schiene, inklusive eines epochalen Innovationssprunges in der Bahnlogistik samt der notwendigen Durchsetzung“, betont der Kreisvorsitzende Sigfried Liepelt.
Aber auch Positives muss erwähnt werden. Abgesehen gerade vom letzten Streckenabschnitt an der PWC-Anlage werden bis auf drei weitere alle restlichen 7 Streckenabschnitte nun über Absetzbecken und Regenrückhaltebecken entwässert. Vorher ging alles lediglich über einen Entwässerungsgraben in den Vorfluter oder sogar in den Karpfenweiher.

PWC Seeleiten
Auch der BN sieht die Notwendigkeit von Ruhepausen für LKW-Fahrer. Was er jedoch keinesfalls einsieht ist die fixe Forderung, dass alle 15-20 Kilometer eine PWC-Anlage gebaut werden muss. Und das genau in einem Streckenabschnitt, der einen äußerst sensiblen Naturraum darstellt. Neben vielen kleinen Biotopflächen finden sich etliche Naturschutzgebiete und europäisch geschützte Flächen. "Wir können uns nicht vorstellen, dass diese stringente Einteilung in ganz Deutschland so eingehalten wird" meint Helmut König, Ortsvorsitzender BN Adelsdorfs, „und damit lehnen wir die PWC-Anlage in diesem Streckenabschnitt ab.“

Weitere Mängel der PWC-Anlage
Falls nun doch gebaut wird, fordert der BN weitere Mängel der aktuellen Planung zu beheben. Dazu zählen die mangelhafte naturschutzfachliche Untersuchung aller Waldstandorte, als auch die nicht nachvollziehbare Bewertung im Standortvergleich. „Keinesfalls darf Schmutzwasser in den Klebheimer See eingeleitet werden, und der Lärmschutz für Klebheim muss verbessert, und ein permanenter Schutzzaun angebracht werden.“ betont König. Auch ist ein Amphibienschutzzaun entlang der A3 zu erstellen, als auch eine zusätzliche Grünbrücke westlich von Geiselwind einzuplanen. Letztere dient vor allem zur Unterstützung der Wildkatzenkorridore.

Bei Rückfragen:
   Helmut König
   helmut.koenig@bund.net.de