Pressemitteilungen/Stellungnahmen/Öffentliche Briefe


05.12.2017 – Maßnahmen zum Baugebiet „Neuhaus Nordwest“

In seiner Stellungnahme befürwortet der BN grundsätzlich die Wandlung des Gewerbebereichs südlich der Neuhauser Schlossweiher in ein Wohngebiet (WA), und die damit einhergehende Reduzierung der Versiegelung. Trotzdem müssen einige wesentliche Gesichtspunkte und Forderungen beachtet werden.

Wie in der Begründung von FNP und BBP angeführt, liegt in weniger als 100m die Neuhauser Schlossweiher, ein Teilgebiet des Natura 2000 Gebietes Aischgrund. Diese Teilfläche ist sowohl Vogelschutzgebiet (SPA) als auch Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH). Der Bereich zeichnet sich durch eine reiche und teils störungsempfindliche Vogelwelt aus, wie sie nur an wenigen Stellen unseres Landkreises noch zu finden ist.

In der genannten Entfernung beginnt der Schilfgürtel um den südöstlich gelegenen Teil des Neuweihers. Dieser Schilfgürtel schützt den sehr sensiblen Bereich dieses Weihers. Für einige seltene Vogelarten ist das Vogelschutzgebiet als Brutgebiet von nationaler Bedeutung. In den Schlossweihern brüten Vögel mit höchstem Schutzstatus. Dazu zählen Arten, von denen in Bayern nur mehr 14-16 Individuen existieren, etliche haben Gefährdungsstatus 1, also "Vom Aussterben bedroht".
Bisher ist eine Einsicht in die Brutzonen nur über den begehbaren Weg im Weihergebiet westlich entlang des Großen Mühlweihers möglich. Durch das schnell wachsende Schilf entlang des Weges im Frühjahr, und einem Abstand von ca. 180m werden Störungen jedoch niedrig gehalten. Es wäre aber äußerst problematisch, würden Störungen von außen in den Weiherbereich eindringen. Dies könnte passieren, wenn eine verstärkte Frequentierung des südlichen Weiherrandes durch  die neu angrenzenden Wohnbereiche mit einer erheblichen Zunahme an Bewohnern eintreten würde.
Des Weiteren ist zu beachten, dass im Natura 2000 Gebiet laut dieser EU-Verordnung keine Verschlechterungen eintreten dürfen. Aus den genannten Gründen hat die Gemeinde Adelsdorf Sorge zu tragen, dass keine Störungen in das Weihergebiet eingetragen werden, und das Verschlechterungsgebot eingehalten wird.

Wir empfehlen daher folgende Maßnahmen zu berücksichtigen:

  • Es muss sichergestellt werden, dass das südliche Ufer des Neuweihers für die Öffentlichkeit unzugänglich bleibt. Eventuell wäre auch eine Gebüschreihe möglich, die jedoch nicht hoch werden darf.
  • Zufahrt und Zutritt zum Regenüberlaufbecken muss für die Allgemeinheit verboten werden.
  • Der nicht befestigte Weg am Westrand des Areals sollte aufgelassen, und die Lücken der bereits bestehenden Sträucher durch zusätzliche Sträucher geschlossen werden.
  • Selbstverständlich muss auch gelten, dass im Weiherbereich und dessen Umgriff Hunde nur an der Leine geführt werden dürfen. Während der Brutzeit sollten Hunde am besten nicht mitgeführt werden. Dämme dürfen nicht betreten werden.

Werden keine Maßnahmen zur Reduzierung einer Betretungsgefahr vorgenommen, fordern wir eine Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung, da damit bereits die Möglichkeit einer Beeinträchtigung bestehen könnte. Es muss gewährleistet werden, dass die Verschlechterung der Lebensräume für die Vogelarten sowie Störungen vermieden werden.

Helmut König
1. Kreisvorsitzender


7.6.2017 BN Information zu Johannisfeuern

Bald schon stehen die großen Johannisfeuer vor der Tür. Damit nicht nur wir Menschen Spaß daran haben, sollten zum Schutze der Tiere und der Vegetation einige Regeln eingehalten werden.

Die aufgeschichteten Holzhaufen dienen vielen Tieren als Zufluchtsmöglichkeit. Igel nutzen solche Aufschüttungen gerne als Unterschlupf, wenn diese schon länger an Ort und Stelle liegen, sogar als Kinderstube. Wird der Haufen angezündet, sterben sie qualvoll. Igel besitzen keinen Fluchtreflex, bei Gefahr rollen sie sich einfach ein und verharren bewegungslos.

Der grausame Feuertod von hilflosen Igeln (und anderen Asthaufenbewohnern wie Vögeln, Amphibien, Schlangen) kann aber auf einfache Art vermieden werden. „Sammeln Sie die Asthaufen neben der eigentlichen Feuerstelle und schichten Sie diese erst am Tag der Feier zum Beispiel in einer Gemeinschaftsaktion kurz vor dem Entzünden an Ort und Stelle zur eigentlichen Feuerstelle auf“, empfiehlt Andrea Wahl, die Geschäftsführerin der Bund Naturschutz Kreisgruppe.

Außerdem darf ein solches Feuer grundsätzlich nur auf weitgehend vegetationslosen Flächen abgebrannt werden. Auch auf nötige Abstände zu Feldgehölzen, Streuobstbäumen und Hecken ist zu achten. Als Brennstoff darf nur unbehandeltes Holz verwendet werden."Werden diese Aspekte beachtet, dann steht einem gelungenen Johannisfeuer auch aus naturschutzrechtlicher Sicht nichts mehr im Wege", so Andrea Wahl.

Andrea Wahl
Geschäftsführerin BUND Naturschutz
Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach


31.05.2017 Verstoß gegen EU-Vogelschutzrichtlinie - BN will sich in Brüssel wehren

Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie
Vertragsverletzungsanmahnung wird vorbereitet

Die Kreisgruppe Höchstadt-Herrzogenaurach des Bund Naturschutz (BN) bereitet eine Vertragsverletzungsanmahnung an die EU-Kommission vor. Grund ist die mangelhafte Umsetzung von EU-Richtlinien in den bayerischen Staatsforsten – zuletzt durch den Staatsforstbetrieb Forchheim.
Der Staatsforstbetrieb Forchheim führte bis in den April 2017 hinein umfangreiche Holzernteaktionen im Markwald, einem gemeindefreien Gebiet zwischen Röttenbach und Baiersdorf, durch. Auch die Holzabfuhr ist noch nicht abgeschlossen. Das etwa 2.200 ha große Waldgebiet ist durch die EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt.
Ziel dieser Richtlinie ist es, heimische Vogelarten in ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten. Dazu gehört vor allem, dass die Vögel besonders während ihrer Brut- und Aufzuchtzeit weder gestört noch beunruhigt werden dürfen.
Mehrmalige Anregungen des Bund Naturschutz, die Holzernte wenigstens während der Vogelbrutzeit ab Anfang März auf die restlichen etwa 15.000 ha des Staatsforstbetriebes zu beschränken, führten bisher zu keinem Ergebnis.
Im benachbarten Staatsforstbetrieb Nürnberg, zu dem das Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald gehört, haben in den letzten Jahren solche wiederholten Missachtungen der Vogelbrutzeit z.B. im Naturschutzgebiet Brucker Lache bei Erlangen zu massiven Protesten geführt. Nachdem dort das rücksichtslose Vorgehen der Staatsforsten sogar von der Aufsichtsbehörde (Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft) und der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Mittelfranken unbeanstandet blieben, hat die BN Kreisgruppe in ihrer letzten Vorstandssitzung beschlossen, in den kommenden Wochen eine Vertragsverletzungsanmahnung bei der EU-Kommission in Brüssel vorzubereiten.
Damit soll erreicht werden, dass die europaweit geltenden Naturschutzregelungen auch im Vogelschutzgebiet Markwald im Bayerischen Staatsforstbetrieb Forchheim eingehalten werden.


28.05.2017 - Keine Freistellung für das DB-Gleis zu Schaeffler

Die Kreisgruppe setzt sich für ein nachhaltiges, umweltfreundliches, öffentliches Verkehrssystem in Herzogenaurach ein. Aus diesem Grund lehnt der BN eine weitere Umgehungsstraße im Süden Herzogenaurachs ab. Um dies zu erreichen, müssen alle vorhandenen Möglichkeiten konzertiert wirken können, und dürfen nicht von vornherein beschnitten werden.

Durch die Freistellung der Bahngleise vor dem Schaeffler-Tor wird eine Verkehrssituation festgeschrieben. Sowohl Personenzüge wie auch Güterzüge können bei der angedachten, aktuellen Planung nicht mehr betrieben werden, ohne umfangreiche Umbauarbeiten an den Gleisübergängen durchzuführen, damit die erforderliche Durchfahrtshöhe bereitgestellt werden kann. Nachträgliche Umbauten sind äußerst kostenintensiv.

Dies ist aus Sicht des BN nicht zukunftsfähig. Mittlerweile plädiert selbst der Bayerische Städtetag, stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb zu nehmen. Auch bei der Firma Schaeffler ist Umweltschutz Bestandteil ihrer Führungsleitsätze. Leider aber noch nicht bezüglich Verkehr.

Für den BN ist es absolut fragwürdig, dass die Firma den Gleisanschluss, der direkt in das Werksgelände führt, (noch) nicht nutzt. Der BN ist der Meinung, dass mit fortschreitender Überlastung unserer Straßen umweltfreundliche Unternehmen auch in diesem Punkt umdenken müssen. Das Zweigwerk in Wuppertal ist da schon einen Schritt voraus, und man findet die dort vorhandene Schwebebahn als einen Pluspunkt im Wuppertaler Verkehrskonzept.
Die Schaeffler AG stellt dort Teile zur Aufhängung der Schwebebahnen in den Schienen her. "Uns verbindet eine lange Erfolgsgeschichte mit der Wuppertaler Schwebebahn", ist eine Äußerung des Unternehmenssprechers. Auch der Leiter des dortigen Werkes offenbart: „Die Wuppertaler Schwebebahn ist einmalig auf der Welt, und wir sind stolz darauf, mit unseren Wälzlagern und Komponenten zu einem zuverlässigen und sicheren Betrieb beizutragen.“ In Herzogenaurach sind moderne Transportsysteme noch nicht diskutabel.
Der BN hat die Hoffnung, dass auch Schaeffler in Herzogenaurach eines Tages seine Meinung bezüglich Individualverkehr und Lastentransport ändert, dann aber an kurzsichtigen Entscheidungen früherer Stilllegungen daran gehindert wird.

Die Ablehnung ist auch Ausdruck des BN, gegen das vorherrschende Verkehrskonzept der Regierung zu demonstrieren, dass es so nicht weitergehen kann. Die Straße wird zurzeit "„dobrintisiert"“. Anstatt aus Umweltgründen den öffentlichen Verkehr massiv zu stärken, lässt die Politik es zu, immer mehr Verkehr auf die Straße zu bringen, zum Leidwesen der gesamten Bevölkerung.

Auch ist es ein Trugschluss zu glauben, wenn eine weitläufige Südumfahrung vorhanden ist, dann sind die Probleme gelöst. Sie sind damit nur in die Zukunft verschoben, denn früher oder später sind dann andere die Betroffenen, die über Lärm, Gestank und Schadstoffe klagen werden.

Für Rückfragen:
Helmut König, 1. Kreisvorsitzender


26.03.2017 BN Mitgliederversammlung in Gremsdorf

Die Jahreshauptversammlung der Bund Naturschutz Kreisgruppe fand heuer in Gremsdorf statt. Der Ort war ausgewählt, da neben Herzogenaurach auch hier gravierende Probleme mit Umgehungsstraßen bestehen.
Bevor man aber zu diesem Thema kam, stellte der Kreisvorsitzende Helmut König die mannigfaltigen Aktivitäten im Kreis, wie in den Ortsgruppen dar. Herausragend war die Reaktivierung der Rammlerweiher im Naturschutzgebiet Mohrhof. Insgesamt fanden 88 Veranstaltungen statt, darunter zwei Demonstrationen. Damit war man beim Problem des Verkehrs angelangt. Grundsätzlich warb der Kreisvorsitzende für eine Rückbesinnung auf alternative, öffentliche Verkehrsstrukturen. „Nur so kann der Verkehr reduziert werden“, so König.
Dies bestätigte dann auch Gernot Hartwig, Sprecher des Arbeitskreises Verkehr im BN. Denn „die Planer gehen von stetig steigendem Verkehr aus. Wenn deshalb neue Straßen gebaut werden, entsteht nur noch mehr Verkehr“, so der Gemeinderat aus Buttenwiesen südlich von Donauwörth.
Verkehr sei eine Folge politischer, oft recht kurzsichtiger Entscheidungen. Während im österreichischen Vorarlberg amtlicherseits bereits heute mit jährlicher Verkehrsreduzierung geplant werde, sei man hierzulande davon noch weit entfernt. Straßen würden heute immer noch so geplant, als wäre kein Wandel im steigenden Ölpreis oder dem Umstieg auf andere Mobilitätskonzepte absehbar.
Artensterben, Landschaftszerstörung, Stau, Parknot in Städten, Straßenunterhalt werden "nicht geringer, der Verkehr nicht billiger, wenn er 500 Meter weiter am Dorf vorbei geleitet wird. Wir müssen darauf drängen, dass die Politik es schafft, dass weniger Verkehr stattfindet. Umgehung ist mit Sicherheit keine langfristige Lösung“, ist die einhellige Meinung der Naturschützer.