Pressemitteilungen/Stellungnahmen/Öffentliche Briefe


BN Information zu Johannisfeuern

Bald schon stehen die großen Johannisfeuer vor der Tür. Damit nicht nur wir Menschen Spaß daran haben, sollten zum Schutze der Tiere und der Vegetation einige Regeln eingehalten werden.

Die aufgeschichteten Holzhaufen dienen vielen Tieren als Zufluchtsmöglichkeit. Igel nutzen solche Aufschüttungen gerne als Unterschlupf, wenn diese schon länger an Ort und Stelle liegen, sogar als Kinderstube. Wird der Haufen angezündet, sterben sie qualvoll. Igel besitzen keinen Fluchtreflex, bei Gefahr rollen sie sich einfach ein und verharren bewegungslos.

Der grausame Feuertod von hilflosen Igeln (und anderen Asthaufenbewohnern wie Vögeln, Amphibien, Schlangen) kann aber auf einfache Art vermieden werden. „Sammeln Sie die Asthaufen neben der eigentlichen Feuerstelle und schichten Sie diese erst am Tag der Feier zum Beispiel in einer Gemeinschaftsaktion kurz vor dem Entzünden an Ort und Stelle zur eigentlichen Feuerstelle auf“, empfiehlt Andrea Wahl, die Geschäftsführerin der Bund Naturschutz Kreisgruppe.

Außerdem darf ein solches Feuer grundsätzlich nur auf weitgehend vegetationslosen Flächen abgebrannt werden. Auch auf nötige Abstände zu Feldgehölzen, Streuobstbäumen und Hecken ist zu achten. Als Brennstoff darf nur unbehandeltes Holz verwendet werden."Werden diese Aspekte beachtet, dann steht einem gelungenen Johannisfeuer auch aus naturschutzrechtlicher Sicht nichts mehr im Wege", so Andrea Wahl.

Andrea Wahl
Geschäftsführerin BUND Naturschutz
Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach


31.05.2017 Verstoß gegen EU-Vogelschutzrichtlinie - BN will sich in Brüssel wehren

Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie
Vertragsverletzungsanmahnung wird vorbereitet

Die Kreisgruppe Höchstadt-Herrzogenaurach des Bund Naturschutz (BN) bereitet eine Vertragsverletzungsanmahnung an die EU-Kommission vor. Grund ist die mangelhafte Umsetzung von EU-Richtlinien in den bayerischen Staatsforsten – zuletzt durch den Staatsforstbetrieb Forchheim.
Der Staatsforstbetrieb Forchheim führte bis in den April 2017 hinein umfangreiche Holzernteaktionen im Markwald, einem gemeindefreien Gebiet zwischen Röttenbach und Baiersdorf, durch. Auch die Holzabfuhr ist noch nicht abgeschlossen. Das etwa 2.200 ha große Waldgebiet ist durch die EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt.
Ziel dieser Richtlinie ist es, heimische Vogelarten in ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten. Dazu gehört vor allem, dass die Vögel besonders während ihrer Brut- und Aufzuchtzeit weder gestört noch beunruhigt werden dürfen.
Mehrmalige Anregungen des Bund Naturschutz, die Holzernte wenigstens während der Vogelbrutzeit ab Anfang März auf die restlichen etwa 15.000 ha des Staatsforstbetriebes zu beschränken, führten bisher zu keinem Ergebnis.
Im benachbarten Staatsforstbetrieb Nürnberg, zu dem das Vogelschutzgebiet Nürnberger Reichswald gehört, haben in den letzten Jahren solche wiederholten Missachtungen der Vogelbrutzeit z.B. im Naturschutzgebiet Brucker Lache bei Erlangen zu massiven Protesten geführt. Nachdem dort das rücksichtslose Vorgehen der Staatsforsten sogar von der Aufsichtsbehörde (Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft) und der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Mittelfranken unbeanstandet blieben, hat die BN Kreisgruppe in ihrer letzten Vorstandssitzung beschlossen, in den kommenden Wochen eine Vertragsverletzungsanmahnung bei der EU-Kommission in Brüssel vorzubereiten.
Damit soll erreicht werden, dass die europaweit geltenden Naturschutzregelungen auch im Vogelschutzgebiet Markwald im Bayerischen Staatsforstbetrieb Forchheim eingehalten werden.


26.03.2017 BN Mitgliederversammlung in Gremsdorf

Die Jahreshauptversammlung der Bund Naturschutz Kreisgruppe fand heuer in Gremsdorf statt. Der Ort war ausgewählt, da neben Herzogenaurach auch hier gravierende Probleme mit Umgehungsstraßen bestehen.
Bevor man aber zu diesem Thema kam, stellte der Kreisvorsitzende Helmut König die mannigfaltigen Aktivitäten im Kreis, wie in den Ortsgruppen dar. Herausragend war die Reaktivierung der Rammlerweiher im Naturschutzgebiet Mohrhof. Insgesamt fanden 88 Veranstaltungen statt, darunter zwei Demonstrationen. Damit war man beim Problem des Verkehrs angelangt. Grundsätzlich warb der Kreisvorsitzende für eine Rückbesinnung auf alternative, öffentliche Verkehrsstrukturen. „Nur so kann der Verkehr reduziert werden“, so König.
Dies bestätigte dann auch Gernot Hartwig, Sprecher des Arbeitskreises Verkehr im BN. Denn „die Planer gehen von stetig steigendem Verkehr aus. Wenn deshalb neue Straßen gebaut werden, entsteht nur noch mehr Verkehr“, so der Gemeinderat aus Buttenwiesen südlich von Donauwörth.
Verkehr sei eine Folge politischer, oft recht kurzsichtiger Entscheidungen. Während im österreichischen Vorarlberg amtlicherseits bereits heute mit jährlicher Verkehrsreduzierung geplant werde, sei man hierzulande davon noch weit entfernt. Straßen würden heute immer noch so geplant, als wäre kein Wandel im steigenden Ölpreis oder dem Umstieg auf andere Mobilitätskonzepte absehbar.
Artensterben, Landschaftszerstörung, Stau, Parknot in Städten, Straßenunterhalt werden "nicht geringer, der Verkehr nicht billiger, wenn er 500 Meter weiter am Dorf vorbei geleitet wird. Wir müssen darauf drängen, dass die Politik es schafft, dass weniger Verkehr stattfindet. Umgehung ist mit Sicherheit keine langfristige Lösung“, ist die einhellige Meinung der Naturschützer.