Hilfe für unsere Kiebitze



Einführung

Kiebitz Männchen, erkennbar an den langen Kopffedern
Kiebitz Männchen, erkennbar an den langen Kopffedern

Nachfolgend erhalten Sie nähere Informationen zur Hilfe für unsere Kiebitze. Wir werden hier laufend die Ergebnisse veröffentlichen.

Warum machen wir das?
Seit mehreren Jahren stellen wir fest, dass die Anzahl unserer Wiesenbrüter im Aischgrund, der Reichen Ebrach und im Seebachgrund dramatisch abnehmen. Zu den markantesten Wiesenbrütern zählen Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine und auch der Kiebitz. Bezogen auf sein Verhalten zählt auch der Weißstorch dazu.
Der Kiebitz (Vanellus vanellus) hat dabei eine Sonderstellung, denn er ist aggressiver als die anderen, wehrt damit auch größere Vögel, ja selbst Raubvögel ab und stellt damit einen Schutz für die anderen Arten dar. In den letzten Jahren weicht der Kiebitz zum Brüten immer mehr auf Ackerflächen aus, und ist damit durch die Bewirtschaftung zusätzlich gefährdet.

Ziel unserer Aktion
Durch unsere Beobachtungen in den Monaten März und April sollen mögliche Kiebitz-Reviere gefunden werden, die der Vogel als Brutfläche ausgesucht hat. Nachdem dies mit einiger Wahrscheinlichkeit feststeht und es unserem Meldesystem bekannt gegeben wurde, verständigen wir die Naturschutzbehörde, die in einem Gespräch mit dem Besitzer der Fläche dann versucht, dass die Bewirtschaftung im engeren Umfeld des Nestes für die Brutzeit ausgesetzt wird. Der Landwirt bekommt dafür eine Vergütung. Danach suchen Ornithologen gezielt das Nest und markieren es.

Was macht ein Gelegenheitsbeobachter?
Ein Gelegenheitsbeobachter stellt lediglich auf seinen Wanderungen, Streifzügen durch die Natur oder auch bei Fahrten mit dem Auto fest, dass er Kiebitze in einem näher definierten Areal gesichtet hat. Dies meldet er dann an unsere Meldschnittstelle, notfalls auch per E-Mail an einen unserer BN-Vertreter im Landkreis. Fertig. Diese Information sammeln wir und geben sie weiter. Grundsätzlich ist das Betreten von Ackerflächen dabei verboten.

Was macht ein Standbeobachter?
Dieser Beobachter macht Beobachtungen nicht zufällig, sondern gezielt, indem er in einem definierten Areal nach einem möglichen Kiebitz-Vorkommen Ausschau hält. Auch er darf Ackerflächen aber nicht betreten. Am geeignetsten ist ein gut überschaubarer Standort, der mit dem Auto aufgesucht wird, weil dadurch die Vögel am wenigsten gestört werden. Der beste Zeitpunkt ist vormittags, je früher desto besser. Alle 2-3 Tage sollte man dafür eine Stunde opfern können, gegen Ende der Beobachtungszeit kann der Zeitabstand auch länger werden. Der Standbeobachter achtet auf die sehr auffälligen Balz- und Revierabgrenzungsflüge des Kiebitzes, aus denen sich ein vermutlicher Brutplatz ableiten lässt.

Mehrere Standbeobachter können auch ein gemeinsames Gebiet betreuen, sollten sich über Beobachtungen dann aber immer absprechen. Damit kann die Belastung auf einen Tag pro Woche reduziert werden. Wird ein Brutplatz vermutet, erfolgt eine Meldung über unser Meldesystem naturgucker.de, das für diese Zwecke angepasst wurde.


Zu beobachtende Gebiete

Für dieses Projekt suchen wir Kiebitze in insgesamt 8 Arealen. Die Grafik links zeigt die 7 Areale innerhalb unseres Kreisgebietes Höchstadt-Herzogenaurach. Das Gebiet Nr. 8 gehört zur Kreisgruppe Erlangen, wird aber von uns mitbetreut.

Details zu den einzelnen Arealen können Sie hier aufrufen:


Informationen zum Kiebitz

Video (4 Minuten) vom Neusiedlersee, das den unverkennbaren Balzflug des Kiebitz zeigt, an dem man gut erkennen kann, dass sich hier ein Nestbau eventuell anbahnt.

Video (7 Minuten) - Eine Insel für den Kiebitz, Baden-Württemberg. Das Viedo zeigt, dass man auch mehr für die Vögel machen kann, als z.B. im NSG Ziegenanger bei Adelsdorf, wo man Düngung zulässt, obwohl es der Zielsetzung des Naturschutzgebietes widerspricht.

Video (26 Minuten) - Dem Kiebitz eine Zukunft geben. Das Beispiel zeigt, wofür man ein Hochwasserrückhaltebecken, hier in Dortmund-Mengede, verwenden kann, um Kiebitze eine Heimat zu geben. Ein Beispiel, was alles möglich ist. So zu sagen, der Aischgrund im Kleinen!
Ein Lebensraum für Kiebitze, sehenswert!


Unser Meldesystem: Naturgucker.de

Auf der Suche nach dem geeigneten Beobachtungs- und Meldesystem haben wir uns für den naturgucker entschieden. Dieses Online-Tool ist für Nicht-Ornithologen einfacher zu bedienen als andere gängige Syteme.

Sie haben die Möglichkeit, das System als Besucher zu erkunden ohne sich anmelden zu müssen. Für die Nutzung zur Hilfe für Kiebitze müssen Sie sich aber zuerst registrieren lassen. Auf Anforderung senden wir Ihnen eine Anleitung dazu zu.

Als Standbeobachter erhalten Sie eine Anleitung, da bestimmte Regeln eingehalten werden müssen. Entgegen der früheren Benutzeranleitung, die weiterhin erhältlich ist, wurden aufgrund der gewonnenen Erfahrungen in 2018 drei Videos erstellt, die in wenigen Minuten die Handhabung des Systems erläutern. Diese Videos erhalten Sie bei der Anmeldung als Standbeobachter. Durch das Definieren von "Freunden" erfolgt eine Vernetzung der Standbeobachter für die einzelnen Areale  untereinander.

Basisvideo zu grundsätzlichen Einstellung
Video für die Eingabe von Beobachtungsdaten
Eigene Beobachtungen und Beobachtungen der Gruppenmitglieder ausgeben

Neue Standbeobachter können sich jederzeit anmelden. Die Aktion läuft insgesamt noch vier Jahre weiter. Siehe dazu näheres unter Neuanmeldung.
Nachfolgend einige Grafikausgaben zum Meldesystem aus der Benutzeranleitung für einen ersten Eindruck.

Ansicht des Areals (Gebiet) für einen Standbeobachter
Ansicht des Areals (Gebiet) für einen Standbeobachter
Filtern der Daten innerhalb der Gruppe für ein Areal (Gebiet)
Filtern der Daten innerhalb der Gruppe für ein Areal (Gebiet)
Eintrag der Beobachtungsorte
Eintrag der Beobachtungsorte
Prinzipielle Vorgehensweise zum Eintrag einer Beobachtung
Prinzipielle Vorgehensweise zum Eintrag einer Beobachtung

Beobachtungen gemeinsam organisieren

Innerhalb der Areale (Gebiete) ist es sinnvoll, sich abzusprechen. Alle Standbeobachter erhalten per E-Mail eine Liste der Teilnehmer. Wir bitten darum, diese Listen nur für den Zweck der Hilfe für Kiebitze zu verwenden.

Da es für die Standbeobachter unumgänglich ist, dass sie sich koordinieren, müssen aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) die Teilnehmer durch ihre Unterschrift bestätigen, dass sie damit einverstanden sind. Eine Möglichkeit dazu besteht dabei in der kommenden Infoveranstaltung am Montag, den 11.02.2019 im Hotel Drei Kronen in Adelsdorf.

Die frühere Koordination über Doodle-Listen hat sich 2018 nicht bewährt. Es hat sich gezeigt, dass kurze Absprachen und vor allem die Beobachtung der Einträge der Areal-Kollegen in den naturgucker als Koordination reichen.


Sie wollen mitmachen: zur Neuanmeldung

Sie können sich jederzeit für diese Aktion anmelden. Als Standbeobachter erhalten Sie Zugang zu unserem Beobachtungssystem naturgucker mit einer Anleitung zur Anmeldung, sowie mit drei aktuellen Videos zur Bedienung des Systems.

Ihre Anmeldung oder ihre Mitteilung an uns (z.B. als Gelegenheitsbeobachter) geben Sie bitte über das KONTAKTFORMULAR  mit entsprechendem Hinweis im Textfeld ein.

Selbstverständlich können Sie auch Vertreter der BN Kreis- oder der Ortsgruppen telefonisch kontaktieren (siehe zu dazu Kontakte der BN-Vertreter im Landkreis).

Bitte füllen Sie alle Felder aus und tragen Sie für uns als Kennung „Kiebitz“ am Anfang des Eingabefeldes „Ihrer Nachricht“ ein.


Aktuelle Informationen / Erfolge

11.02.2019 - Infoveranstaltung für Standbeobachter

Am Montag, den 11.02.2019 treffen wir uns zum Saisonauftakt wieder im Hotel Drei Kronen in Adelsdorf. Die Standbeobachter erfahren detailierte Informationen zum Stand der Kiebitzaktion 2018. Ausserdem werden die Neuerungen im naturgucker vorgestellt, und Detailinformationen zu den gewünschten Eintragungen gegeben. Auch werden drei neue Videos zur Bedienung des naturguckers erläutert, welche die frühere Bedienungsanleitung ersetzen sollen.

27.12.2018 - Anmeldungen als Standbeobachter

Wir suchen Naturfreunde, die uns bei der Auffindung von brutwilligen Kiebitzen helfen. Neben den etwa 20 Standbeobachtern, die uns bereits 2018 tatkräftig unterstützt haben, und uns hoffentlich auch 2019 weiter unterstützen werden, suchen wir weitere Interessenten, die gerne mitmachen möchten. Bitte melden Sie sich dazu bis spätestens 04.02.2019 über das Kontaktformular an.

06.04.2018 – Zweite Infoveranstaltung für Standbeobachter

Am Freitag, den 06.04.2018 fand ein zweites Treffen der Standbeobachter und Ornithologen im Hotel Drei Kronen statt. Neben Hilfestellungen zum Online-Portal naturgucker.de wurde auch das weitere Vorgehen besprechen. Dabei wurden wichtige Maßnahmen festgelegt, die ab nun beachtet werden müssen.

Aufgrund der etwas inflationären Verwendung des Begriffs "balzend", wurde für die Kennung, dass die Vögel kurz vor dem Brüten sind, ein neuer Begriff festgelegt. Die genaue Kennung wurde den Standbeobachtern per E-Mail mitgeteilt.
Wird diese Kennung für die Beobachtung eingetragen, so ist dies der Anstoß für die weiteren Bearbeitungsschritte.

Für diese Kennung müssen unbedingt folgende Beobachtungen vorliegen:
1. Das Kiebitz-Weibchen (kurze Federholle) sitzt nach mehreren Beobachtungstagen (mindestens 2 innerhalb von einer Woche) immer am selben Ort.
2. Das Männchen läuft (dumm) rum, und dies kann auch mit etlichen Metern Abstand erfolgen. Es kann auch Revierverhalten zeigen (Gesang, Kämpfe mit Reviernachbarn, Vertreiben von Störern, Ablenken vom Standort des Weibchens). Das können dann auch tolle Schauflüge sein, ein Männchen eben.

Wichtig ist, dass der Standbeobachter sich einigermaßen sicher ist, dass sich da nun was anbahnt, oder die Dame sogar schon am Brüten ist. Diese Meldungen werden vom Administrator mit einem Lageplan, einer ID (Nummer) und dem Namen des Beobachters an das Landratsamt gesendet. Der Name ist wichtig, um eventuelle Nachfragen des Ornithologen für weitere Informationen zu ermöglichen.

Aktuelle Infos zu den Beobachtungsergebnissen, Stand 06.04.2018
19 aktive Standbeobachtern meldeten insgesamt 1347 Kiebitze.

ArealBeobachter
gemeldet / aktiv
BeobachtungenPotenzielle
Paare
Anteil
in %
1 Wachenroth 3/21622817
2 Förtschwind3/31064240
3 Weppersdorf4/219521
4 Neuhaus7/5391338
5 Lappach3/0000
6 Hesselberg4/2207199
7 Kairlindach4/32828100
8 Baiersdorf4/3258177

Bemerkung: Beobachtungen geben alle Beobachtungen der Standbeobachter an. Die Anzahl der dabei gesichteten individuellen Exemplare liegt natürlich darunter. Anteil in % stellt das Verhältnis der Gesamtbeobachtungszahl zu den potentiell möglichen Brutpaaren aus Standbeobachtersicht dar. In Kairlindach wurden offenbar nur potentielle Paare gemeldet.

07.03.2018 - Kiebitze sind angekommen
Ab nächster Woche können unsere Beobachtungen losgehen. Gestern hat ein Biologe der Unteren Naturschutzbehörde im Naturschutzgebiet Ziegenanger bei Neuhaus/Adelsdorf bereits über 100 Kiebitze gesichtet, die dort eine Rast eingelegt hatten. Sie kamen vermutlich aus dem Süden gerade an, und werden sich sicher in den nächsten Tagen auch in unserer Gegend niederlassen. Und dann kann nach einigen Tagen bereits die Balz der Pärchen losgehen.

20.02.2018 - Erste Infoveranstaltung für die Standbeobachter
Am Dienstag, den 20.02.2018 um 19:30 fand unsere erste Infoveranstaltung für alle Standbeobachter statt. Wir trafen uns im Hotel Drei Kronen in Adelsdorf. An der Veranstaltung nahmen auch zwei der drei Ornithologen statt, sowie der Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, und der Administrator/Organisator der Aktion.

Falls gewünscht, wird das Meldesystem naturgucker.de mit den Anpassungen für unsere Kiebitzhilfe in kleinem Kreis nochmal vorgestellt. Wünschenswert wäre, wenn aus jedem Areal ein Multiplikator für die lokale Gruppe daran teilnehmen würde. Bitte um Rückmeldungen bei helmut.koenig@bund.net

1.2.2018 - 31 Standbeoabchter
Bis zum 01.02.2018 haben sich insgesamt 35 Interessenten gemeldet, davon 31 Standbeobachter. 12 Personen kommen aus Adelsdorf, 5 jeweils aus Höchstadt und Weisendorf, und je einer aus Wachenroth, Lonnerstadt, Hannberg, Hemhofen, Heßdorf und Herzogenaurach, und aus Baiersdorf kommen  drei.

31.12.2017 - Wie geht es im nächsten Jahr weiter?
Wiesenbrüter und damit auch der Kiebitz sind oft sehr standorttreu. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Vogel im Folgejahr wieder dort brütet ist hoch. Damit reduziert sich der Suchaufwand später. Wir hoffen aber auch, dass dann die Landwirte die Stellen auch kennen, und ohne unser Zutun Brutplätze melden, und auf die Nester achten. Der Landwirt soll dafür weiterhin eine Vergütung bekommen.
Aber wir hoffen auch, dass viele von den Standortbeobachtern auch im nächsten Jahr wieder mitmachen, und dass auch neue Teilnehmer sich anmelden. 

15.11.2017 - Unterstützung der Landwirte und Ornithologen genehmigt.
Aufgrund unserer umfangreichen Werbung hat die Regierung von Mittelfranken bereits im Laufe des Dezembers 2017 Geldmittel für die Aktion bereitgestellt. Trotzdem kann man sich jederzeit weiterhin als Standbeobachter anmelden. Wir freuen uns über jede weitere Hilfe. Auch wird die Beobachtung im kommenden Jahr fortgesetzt.