Bund Naturschutz gegen die geplante Südumfahrung Herzogenaurach/Niederndorf


BI Herzo-Süd-Bewahren

Der Bund Naturschutz gründete in 2017 zusammen mit anderen engagierten Gruppierungen und Bürgern die Bürgerinitiative HerzoSüdBewahren, deren Ziel es ist, die geplante Südumfahrung zu stoppen. Detaillierte Infos finden Sie an folgender Stelle:

  1. Fakten zur Südumfahrung finden Sie im Folgenden auf dieser Seite
  2. Berichte zu den durchgeführten Aktionen finden Sie hier WEITER
  3. Zusätzliche Infos gibt es auf der Homepage der BI HerzoSüdBewahren WEITER

Problemzonen der geplanten Südumgehung im Überblick


VIELE ARGUMENTE GEGEN DIE GEPLANTE SÜDUMGEHUNG NIEDERNDORF / NEUSES

Gegen die geplante Südumfahrung Niederndorf/Neuses gibt es gewichtige Argumente. Mit dem vorliegenden Flyer wollen wir Ihnen unsere Meinung dazu darlegen.

ALTERNATIVEN WURDEN NICHT BERÜCKSICHTIGT
Die Stadt hat 5 Varianten einer Alternative geprüft, aber tatsächliche Alternativen nicht bewertet. Beispiele:

  • Neugestaltung der Vacher Kreuzung in Niederndorf auf einer größeren Fläche mittels Aufkauf von Häusern an der Kreuzung (preisgünstige Lösung, ein Haus ist schon nicht mehr bewirtschaftet).
  • Alternativ eine kleine Süd-Ost-Umgehung von der Vacher-Brücke zur Niederndorfer Straße.
  • Nur eine Ostspange bei Neuses, die den Verkehr auf die Nordumgehung lenkt. Durch den vermiedenen Linksabbieger-Verkehr an der Vacher-Kreuzung wird der Stau in Niederndorf stark reduziert.
  • Tunnellösung durch Niederndorf oder offene Tunnelbauweise unter den Schwester-Ennoldia-Weg als Nord-Süd-Verbindung.
  • Eine weitere Nord-Süd-Alternative wäre in der notwendigen Verbindung der StUB zu sehen. Dort könnten beide Verkehrssysteme wirksamer integriert werden.

Die einfachen Alternativen können zunächst realisiert und auf ihre Wirksamkeit geprüft werden, bevor man kostenträchtige weitere Maßnahmen ergreift.

NATURSCHUTZ
Auszug Rote Liste gefährdeter Tierarten entlang der Trasse
Laubfrosch, Kammmolch, Fledermausarten, Zauneidechse, Grüne Keiljungfer, Grauspecht, Grünspecht, Mittelspecht, Schwarzspecht, Pirol, Eisvogel, Kiebitz, Braunkehlchen, Feldlerche, Schafstelze, Wachtel, Goldammer, Neuntöter, Teichhuhn, Turmfalke, Waldohreule, u.a.

Lebensraum geschützter Tiere wird durchtrennt
Zum Beispiel südlich vom Galgenhof durch einen 18 m tiefen Bergeinschnitt, ebenso beim Litzelbachtal, am Pfersbachgraben, südlich des Fasanengartens im Talgrund, das Waldgebiet südlich von Neuses, und die Aurach-Talaue.

Gesetzlich geschützte Biotope nach § 30 BNatSchG
Entlang der Trasse werden Biotope tangiert, deren Zerstörung oder erhebliche Beeinträchtigung verboten ist.

Erhebliche Störung streng geschützter Arten
Konflikte mit Mittel- und Grauspecht sowie Zauneidechse können einen Verbotstatbestand der Trasse bewirken (nach § 44 BNatSchG).

Amphibienwanderungen werden behindert,
die auch durch Amphibiendurchlässe nicht voll-ständig beseitigt werden können. Neben Fröschen, Kröten und Molchen ist besonders der streng geschützte Kammmolch bei der Vacher Straße zu erwähnen.

LANDWIRTSCHAFT
Landwirtschaftswege werden zerschnitten
Südlich gelegene Äcker sind nur durch Umwege zu erreichen, da Feldwege unterbrochen werden.

Hoher Flächenverbrauch
Die 22,3 Hektar Trassen-Fläche entspricht ca. 31 Fußballfelder der Bundesliga oder 740 Reihenhäuser mit 300 Quadratmetern Grundstück.

Ackerbau wird für Landwirte unwirtschaftlich
Entlang der Trasse werden viele Äcker zerschnitten. Der Ackerbau auf den Teilflächen ist nicht mehr wirtschaftlich, wenn Äcker zu klein oder nicht mehr in einem Arbeitsgang bewirtschaftbar sind.

Höfe sind nicht mehr rentabel
Bereits ein geringer Ackerverlust kann zur Hofaufgabe führen.

UMWELT DES MENSCHEN
Naherholung wird eingeschränkt
Mit 6 Dämmen bis zu 8 Metern Höhe und 3 bis zu 18 Metern tiefen Einschnitten und wenigen Durchlässen wird die Naherholung massiv eingeschränkt. Die Trasse ist eine Barriere.

Lärmbelästigung der Bevölkerung
Die 140 m lange Talbrücke über den Litzelbach, der Damm auf der Anhöhe südwestlich von Hauptendorf, als auch die Anbindung der Niederndorfer Hauptstraße mit einem weiteren Damm im Talgrund bringen zusätzlichen Lärm für die Anwohner.

Frischluftschneise im Talraum eingeschränkt
Der Aurachtalraum bei Neuses wird durch die 120 Meter lange Talbrücke mit beiderseitigen Dämmen und dem Damm zur Anbindung der Niederndorfer Hauptstraße stark eingeschränkt.

Industrieausbau entlang der Trasse
Eine Industrie-Bebauung längs der Trasse ist in Zukunft sehr wahrscheinlich. Damit wird noch mehr Verkehr in die Stadt geleitet. Sollen wirklich die letzten freien Flächen im Süden geopfert werden, obwohl eine attraktive Nordumgehung existiert?

Einkesselung von Herzogenaurach
Mit der Nord- und einer Südumgehung ist Herzogenaurach rundum mit großen Straßen umgeben. Möchten wir uns auf eine Großstadt zu bewegen, oder wollen wir lieber Natur und Umwelt bewahren? Soll das so weiter gehen?

VERKEHR
Stadt-Umlandbahn (StUB) unberücksichtigt
Wie viele Einpendler werden dadurch weniger? Bisher ist das nicht ausreichend berücksichtigt.

Tatsächliche Verkehrsströme sind nicht bekannt
Bisher ist nur die Anzahl der Fahrzeuge an den Straßen und Kreuzungen ermittelt. Nicht aber wer wohin möchte. Damit ist nicht geklärt, wie ein zukünftiger Verkehrsstrom aussehen wird.

Entlastung Niederndorf nur zur Stoßzeit
Außerhalb der Stoßzeiten wird die um 2 Kilometer kürzere Strecke durch Niederndorf auch bei verkehrsberuhigenden Maßnahmen trotzdem befahren.

Ausbau des StUB- und Bus-Systems mit P&R
Ausbau der Parkplätze und Mitarbeiter-Parkhäuser an den Ausfallstraßen und der Autobahn für den Umstieg auf StUB, Bus, Fahrrad und PKW-Mitfahrgelegenheit fehlen.

Ist der Verkehrszuwachs von 20% eine Tatsache?
Die Auswirkungen auf die Verkehrsströme unter Berücksichtigung der obigen Punkte könnten die Notwendigkeit der Südumgehung in Frage stellen. Außerdem müssten die prognostizierten Planungszahlen bereits wieder aktualisiert werden.