Uhrzeit19:30 - 21:30 Uhr
OrtGastwirtschaft "Zum Hirschen", Am Schloßberg 3, 91315 Höchstadt a.d.Aisch

06.01.2017: Naturkundlicher Winterwaldspaziergang

Eine Veranstaltung des Obst und Gartenbauvereins Lonnerstadt und der BUND Naturschutz Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach (BN)

Seit über 25 Jahren findet jedes Jahr am Dreikönigstag ein Waldspaziergang entweder in Ailsbach oder Fetzelhofen statt. Hatte anfangs Georg Kress die fachliche Führung übernommen, war später Rüdiger Sadowski an der Reihe, beide aus Ailsbach. Seit drei Jahren erfüllt nun der erfahrene Forstmann Hartmut Strunz diese Aufgabe, der vor seinem Ruhestand im Nationalpark Bayerischer Wald beschäftigt war. Nach der Begrüßung durch den BN-Kreisvorsitzenden Helmut König ging es bei frostigen Minus 6 bis 8 Grad in den Wald nördlich von Ailsbach.

Thema war diesmal die Folgen der Trockenheit im Jahr 2015, die überraschend vor allem Kiefern zusetzte. Ähnlich erging es vielen, als trockenresistent geltenden Birken, die unter Wassermangel wie die Kiefern litten. Gewinner, wenn man das so sagen kann, waren die Weißtanne und auch die Eiche, die sich gut behaupteten. Leider ist der Nachwuchs gerade dieser beiden Baumarten besonders durch Wildverbiß gefährdet. Die Fichte hat in Franken in Anbetracht des Klimawandels ohnehin keine Zukunft mehr. Der Imker Michael Alletsee aus Lonnerstadt berichtete, „auch zahlreiche Obstbäume warfen schon im Sommer ihre Früchte ab, obwohl diese noch nicht reif waren“. Ein Anhaltspunkt mehr, wie dramatisch die Situation war. Feuchtbiotope kamen als Lebensraum da besser weg. Ein Bestand mit Schwarzerlen zeigte, was machbar ist, wenn man dort die Natur nur lässt.

Der Umbau des Waldes gelingt nur, wenn die Bäume auch längere Trockenperioden besser überbrücken können. Daher ist es wichtig dass künftig in unseren Kiefernforsten mehr Laubbäume gepflanzt werden. Durch Ailsbach verläuft auch die Grenze des Naturparks Steigerwald. Der BN setzt sich seit Jahren für die Ausweisung eines Nationalparks Steigerwald auf einer Teilfläche im Staatswald des Nordsteigerwaldes ein. Der bestehende Naturpark wird dadurch - entgegen verbreiteter Auffassung - nicht infrage gestellt. Dadurch würden nicht nur mehr Menschen den Steigerwald besuchen, der Tourismus in einem strukturschwachen Gebiet belebt, sondern auch ein ursprünglicher Wald erhalten, der in Deutschland kaum so noch zu finden ist. Schon Prof. Grzimek hatte sich in den siebziger Jahren dort für die Ausweisung eines Waldschutzgebietes stark gemacht.

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