Besuch der Ortsgruppe Volkach

Im Mai diesen Jahres war die Ortsgruppe Volkach zu Besuch bei uns und hat bei einer Wanderung das Mohrhofgebiet erkundet und mit einem Film die Naturschutzgebiete des Landkreises kennengelernt.

Am Sonntag, 29. September, machten wir dann der  Ortsgruppe Volkach einen Gegenbesuch. Nach der Begrüßung durch die 2. Vorsitzende Frau Hartner durchwanderten wir mit ihr als Führerin den Quittenlehrpfad.

Wir erfuhren dabei vieles über Herkunft, Sorten, Anbaugebiet, Kultivierung und Verarbeitung der Quitte. Auch als Heilmittel kann sie verwendet werden. Nach einem Kurzbesuch im Quittenladen, wo wir uns mit so manchem Quittenprodukt eindecken konnten, war das Mittagessen im "Schoppenhäusle" angesagt.

Nachmittags besuchten wir zuerst eine BN-Austellung zur "Natur an der Mainschleife" im Museum in der Barockscheune und dann fuhren wir zu den "Astheimer Sanden", einem Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren. Wir hatten das Glück eine Ödlandschrecke zu entdecken.

Den Abschluß unserer Exkursion bildete eine Weinprobe in einer Volkacher Heckenwirtschaft.


Aktionsplan für Artenvielfalt

Gemeinsam mit dem Obst- und Gartenbauverein Weisendorf hat die Ortsgruppe einen Aktionsplan für Artenvielfalt erarbeitet, der am 21. August 2019 der Gemeinde Weisendorf übergeben wurde. Bürgermeister Heinrich Süß nahm diesen dankbar an und meinte, die Initiatoren des Plans rennen offene Türen ein.
Die Vorschläge, die im Aktionsplan zusammengetragen wurden, können mit relativ geringen Mitteln für die Marktgemeinde umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um konkrete Handlungsanweisungen, die schnell umgesetzt werden können, aber auch um einen politischen Prozess zur Willensbildung.
Der Gemeinde Weisendorf fällt hier eine Vorbildfunktion zu, um auch in der Gesellschaft einen Bewusstseinswandel zu erzielen.

Den gesamten Aktionsplan können Sie hier herunterladen. Hier sei nur eine kurze Zusammenfassung gegeben:

  • Anlage von Blühflächen
    Ein Flächenkataster soll die geeigneten Flächen ausweisen. Durch Vorträge und Exkursionen wird das Wissen für die Anlage und die zu schützenden Pflanzen erworben. Dieses Wissen soll bei allen Aktionen durch Einbindung der Bevölkerung weitergegeben werden.
  • Baumpatenschaften
    Die Bürger könnten zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes einen Obstbaum pflanzen.
  • Bauleitplanung
    Bei den Grünordnungsplänen ist besonders auf die Auswirkungen auf den Flächenverbrauch und die Ausgleichsflächen zu achten.
  • Zisternen und Gartengestaltung
    Neubauten könnten mit einem Zwang zur Zisternengestaltung und Vorschriften zur Gartengestaltung  (einheimische Pflanzen, keine Steingarten) versehen werden.
  • Pufferzonen zu Biotopen
    Biotope verlieren ihre Schutzwirkungen, wenn Baugebiete immer näher an sie heranrücken.
  • Schaffung von Streuobstwiesen
  • Veränderung der Pflegearbeiten (Mahd)
  • Lichtverschmutzung 

Biotopradeln

Am 21. Juli 2019 trafen sich 13 Personen um nach Linden zum Lehrpfad 'Fränkische Kulturlandschaft' zu radeln. Die Wanderung entlang des Lehrpfades dauerte etwas eine Stunde.

Zum Ausklang traf man sich im Rosenkeller in Linden.


Blumenwiese an der Buswendeschleife

Der OGV Weisendorf, die Ortsgruppe und weitere Weisendorfer Bürger wurden am 28. März 2019 selbst aktiv, um an der neu erbauten Buswendeschleife in Weisendorf auf 1000 m2 eine 'Blühende Landschaft' zu erstellen. Die Beteiligten handelten aus der Enttäuschung über die Ablehnung einer Antrages der Grünen im Gemeinderat, dieser sah die Erstellung eines Aktionsplanes gegen das Artensterben vor. Eine Beteiligung von 21,06% der Weisendorfer Wähler am Bürgerbegehren 'Rettet die Bienen' hatte zuvor deutlich gemacht, wie wichtig ihnen das Thema ist.
Die Ortsgruppe wird nun selbst einen Aktionsplan erstellen und dem Gemeinderat im August übergeben.


Das 3-Zonen-Modell - Artenvielfalt im eigenen Garten

Zum Vortrag von Markus Gastl am 04.10.2018 in Weisendorf

Nach der „Blühenden Landschaft“ startet die Ortsgruppe die neue Aktion „Totholz im Garten“. Zum Auftakt war Markus Gastl eingeladen, der  das von ihm entwickelte 3-Zonen-Modell für nachhaltiges Gärtnern in einem Vortrag vorstellte.

Immer mehr Gartenbesitzer haben auf ihrem Grundstück nur öde Kies- und Rasenflächen. Dafür hat Gastl eine Erklärung: „Diese Menschen verwechseln Ordnung mit Schönheit“. Ja, ordentlich ist so ein Garten, aber nicht schön und auch kein Lebensraum für Insekten, Vögel oder Igel. Gastl erklärt, wie es anders geht, nämlich Humus raus – Bauschutt rein, denn auf nährstoffarmen Böden wachsen viele Blumen, aber Unkraut hat keine Chance.

Vielfalt – Schönheit – Nutzen ist Gastls Anspruch an einen Garten und dazu hat er sein 3-Zonen-Modell entwickelt. Die äußerste Zone ist die Pufferzone, bestehend aus Sträuchern und Reisighaufen zur Abgrenzung nach außen. Dann folgt die Hot-Spot-Zone mit nährstoffarmen Blühwiesen, Totholz, Steinhaufen und Sandflächen. Hier wird einmal pro Jahr gemäht, um die Biomasse zu entfernen, die als Dünger in die 3. Zone, die Ertragszone, gebracht wird. Dort wird Gemüse angebaut.

Um die Idee seines 3-Zonen-Konzepts, Hortus genannt, auszubreiten, hat Markus Gastl ein Hortus-Netzwerk gegründet, das mittlerweile bis nach Frankreich reicht. Wie wichtig Gastls Einsatz für die  Natur ist, hat sogar die bayerische Staatsregierung erkannt und ihn 2018 mit der der Bayerischen Staatsmedaille für den Umweltschutz ausgezeichnet.

Wer seinen Garten nicht gleich zu einem Hortus umgestalten will, kann wenigstens einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, indem er Totholz in seinen Garten holt und so einen wichtigen Lebensraum für Pilze, Insekten oder Amphibien schafft. Das Holz stellen Gemeinden im Seebachgrund der Ortsgruppe zur Verfügung, die es dann im nächsten Frühjahr verteilt. Informationen dazu beim Vorsitzenden Christian Wosegien (Tel. 09135/ 722 360).


Der Seebachgrund beim "Hortus Insectorum"

Begrüßung durch Markus Gastl
Begrüßung durch Markus Gastl
Ein Steingarten auf Bauschutt
Ein Steingarten auf Bauschutt
Vielfalt auf Schotter
Vielfalt auf Schotter
Sehr schön bunt hier
Sehr schön bunt hier
Vielfalt der Strukturen
Vielfalt der Strukturen
Wenig Nährstoffe und trotzdem viel Leben
Wenig Nährstoffe und trotzdem viel Leben
Im Hortus Felix
Im Hortus Felix
Frisch angelegt - das wird noch schön
Frisch angelegt - das wird noch schön
Nährstoffe für die Ertragszone
Nährstoffe für die Ertragszone

Seit Jahren gibt es immer wieder Meldungen in der Tageszeitung über diesen Markus Gastl, der irgendwo südlich von Ansbach einen ganz anderen Garten geschaffen hat. Humus raus, Bauschutt rein und das mit jeweils etlichen LKW-Ladungen.

 

Total verrückt, das müssen wir uns anschauen! Also sind wir am Sonntag, den 08. Juli 2018 mit unserer Ortsgruppe hingefahren und haben seine beiden Gärten "Hortus Insectorum" in Ehingen-Beyerberg und "Hortus Felix" in Herrieden besucht.

 

Markus Gastl erklärt uns sein Projekt, den 7.500 qm großen "Hortus Insectorum", den er in den letzten 12 Jahren aufgebaut hat. Sein "3-Zonen-Modell" besteht aus einer "Pufferzone" mit Sträuchern als Abgrenzung gegen die Umwelt sowie einer "Hotspotzone" mit Blühwiesen, Sandflächen, Totholz oder Steinhaufen. Beide Zonen sind nährstoffarm angelegt und die zu entnehmende Biomasse landet als Nährstofflieferant in der "Ertragszone", die dem Gemüseanbau dient. Stichwort Kreislaufwirtschaft oder Permakultur.

 

Die Radikalität des Ansatzes überrascht und der Erfolg gibt ihm Recht. Die Vielfalt der Strukturen und die Nährstoffarmut in der Puffer- und Hotspotzone bieten Spezialisten in Fauna und Flora, die sonst in unserer Landschaft keine Chance mehr haben, einen Lebensraum. Sandwespe, Gelbbauchunke, Skabiosen-Flockenblume und viele weitere Raritäten finden hier Zuflucht. 

 

Der "Hortus Felix" mit einer Größe von etwa 2.800 qm dient vor allem als Ertragszone und die Üppigkeit des Gemüses beeindruckt Laien und Fachleute gleichermaßen.

 

Für uns war es ein sehr abwechslungsreicher Ausflug, Lehrstunde und Inspiration zugleich. Und falls Sie nächstes Wochenende noch nichts vorhaben, schauen Sie doch einfach im Internet, wann die nächsten Führungstermine sind…

 

Wie auch immer, für uns gilt: Fortsetzung folgt! Am Donnerstag, den 04. Oktober 2018 ist Markus Gastl um 19:30 Uhr bei uns im Goldnen Engel in Weisendorf bei der Ortsgruppe zu Gast und referiert sehr eloquent über sein 3-Zonen-Modell. Ein Termin, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten!


Betreuung von Amphibienzäunen

Unsere Ortsgruppe betreut drei Amphibienzäune, einen in Großenseebach nahe des Friedhofs, einen zwischen Niederlindach und Hesselberg und einen zwischen Boxbrunn und Ailersbach.

2010 hatten wir bei der Gemeinde Großenseebach beantragt, am Ende der Schulstraße, entlang des Parkplatzes, einen Zaun aufzustellen, weil dort während der Laichzeit viele Amphibien überfahren wurden. Seit 2011 haben wir dort insgesamt ca. 3600 Tiere über die Straße getragen. Auf Anordnung der Gemeinde gilt für die Strecke auch ein Durchfahrtverbot zur Nachtzeit. Dieses wird leider oft nicht beachtet, sodass doch immer wieder Kröten überfahren werden.
Weil die Schulstraße in diesem Bereich saniert wird, hatten wir vor drei Jahren im Rahmen der Planungen beantragt, auf Grundlage eines Gutachtens einen Amphibientunnel unter die Straße zu bauen. Diesem Antrag hat die Gemeinde zugestimmt, aber noch keine Baufirma gefunden, die den Tunnel baut. Deshalb hat die Gemeinde dieses Jahr – wohl zum letzten Mal – noch einmal den Zaun aufgebaut.

Der Zaun bei Hesselberg wird seit 2014 jedes Jahr vom Bauhof der Gemeinde Heßdorf aufgestellt. Seitdem haben wir rund 2900 Tiere gezählt. Als die Straße mit einer Leitplanke versehen wurde, war es sehr schwierig, einen normalen Amphibienzaun aufzustellen und die Eimer mit den Tieren zu leeren. Die findigen Bauhofmitarbeiter hatten vor zwei Jahren die Idee, Bretter zwischen die Pfosten der Leitplanke zu stecken, so dass die Amphibien zurückgehalten werden und die Krötensammler gut an die eingegrabenen Eimer gelangen.
Besonders freuen wir uns, dass wir bei beiden Zäunen neben Kröten, Fröschen und Molchen auch immer wieder Knoblauchkröten gefunden haben. Diese sind selten und deshalb streng geschützt.

Die Ortsgruppe Seebachgrund betreut den Amphibienzaun an der Staatsstraße ERH 27 zwischen Boxbrunn und Ailersbach seit etwa 15 Jahren. Der 250 Meter lange Zaun wird ab Ende Februar vom Kreisbauhof aufgebaut und steht in der Regel bis Mitte April.
Einmal täglich werden die in die Eimer gefallenen Amphibien in den gegenüber befindlichen Weiher getragen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Erdkröten und Grasfrösche. Ab und zu sitzt auch ein Kammmolch im Eimer.
Wir beobachten zur Zeit leider von Jahr zu Jahr abnehmende Zahlen der Amphibien. Von anfangs um die 300 Tiere pro Jahr, waren es 2019 nur noch 51 Amphibien. Ursachen: Eventuell die zunehmende Trockenheit. Vor ein paar Jahren kam es allerdings wegen der verspäteten Aufstellung des Zaunes zu immensen Verlusten durch den Verkehr!

Amphibienbilder: Josef Röhrle

Vogelstimmenwanderung in Weisendorf

Jährlich veranstaltet die Ortsgruppe Seebachgrund eine Vogelstimmenwanderung unter der Leitung von Hartmut Strunz gemeinsam mit dem LBV.

 

So traf sich 2016 eine Gruppe von insgesamt 19 Personen um 6 Uhr in der Früh. Start war im privaten Teil des Weisendorfer Schlossparks, in dem die Ortsgruppe wenige Wochen zuvor verschiedene Nistkästen aufgehängt hat. Es war ein absoluter Zaunkönig-Tag und die kleinen Piepmätze spotteten vielstimmig mit lautem Gesang ihrer kleinen Körpergröße. Zilp-ZalpBuchfink und ein Specht verkündeten ihre Anwesenheit, Türkentaube und Mauersegler waren zu hören und letztere auch zu sehen und der private Schlosspark selbst ist ein wahrer Augenschmauß. Damit steht er im krassen Widerspruch zum öffentlichen Teil des Schlossparks, der durch die aktuelle Umgestaltung fast aller Lebensräume beraubt wurde.

Vorbei an den Stock- und Tafelenten auf dem Badweiher, machten auf freier Flur leider auch die Mehlschwalben noch keinen Sommer und am Waldrand empfing uns der Gesang mehrerer Mönchsgrasmücken. Zurück auf dem Feld hatte eine Goldammer uns sehr liiiiieb und eine Feldlerche trällerte ihr Sommerlied. Der aktuelle Vogel des Jahres (Stieglitz) gab sich kurz die Ehre seines Anblicks, ehe wir zu unserem Ausgangspunkt zurückkehrten.

Insgesamt war die Vogelwelt an diesem Tag etwas zurückhaltend und blieb lieber im Verborgenen. Trotzdem haben wir uns in den folgenden Jahren immer wieder auf den Weg gemacht, ihre Stimmen zu erkunden.

 

2019 sind wir um 7 Uhr vor dem Schloss gestartet und waren mit 18 Personen eine relativ große Gruppe. Wir haben zahlreiche Arten angetroffen, darunter einige, die uns in den letzten Jahren auf den Vogelstimmenwanderungen noch nicht begegnet sind: z.B. Silberreiher, Waldlaubsänger, Teichrohrsänger und ein Wespenbussard. Unser Führer Hartmut Strunz war richtig begeistert.
Als Wermutstropfen bleibt zu erwähnen, dass die Anzahl der Individuen teilweise sehr gering war, so konnten wir vom Mauersegler nur Einzelexemplare erblicken.


Ferienprogramm Weisendorf

Beim "Spiele und Spass im Wald" haben wir mit 7 Kindern einen lehrreichen und auch lustigen

Nachmittag im ortsnahen Wald verbracht. Zu Beginn konnten die Kinder ihre Namenschilder mit Blumen bekleben.
Wir hatten uns den Bereich zwischen Weisendorf, Nähe Waldfriedhof und Reuth ausgesucht. Dort haben die Kinder mit verbundenen Augen Bäume ertastet, die sie dann "offenen Auges" wieder finden mussten.
Dann spielten wir ein Naturmemory. Acht verschiedene im Wald gefundene Gegenstände

mussten "gemerkt" werden. Die Kinder wurden losgeschickt derartige Dinge zu suchen.

Anschließend machten die Kinder eine "Blinde Reise". Sie gingen dabei mit verbundenen Augen

entlang eines gespannten Seiles kreuz und quer durch den Wald.

Der Höhepunkt war dann die Konstruktion einer "Naturkugelbahn" an einer Böschung.
Zum Schluss noch eine kleines Picknick und die drei Stunden waren "Null Komma Nix"

vorbei.

 

 


Ausflug in den Steigerwald

Das Thema Nationalpark Steigerwald wird bei uns nicht zu den Akten gelegt und so nutzten wir gerne das Angebot von Hartmut Strunz eine Führung für die Ortsgruppe anzubieten.

Eine kleine, aber feine, hochinteressierte Gruppe machte sich bei durchwachsenen Wetteraussichten am 8.10.2017 auf den Weg nach Ebrach. Mit dabei unsere Neumitglieder, die beim Markttag dem BN beigetreten sind. Und wir hatten Glück, den ganzen Tag hielt der Himmel dicht, erst bei der Verabschiedung regnete es die letzten 5 Minuten.

Auch wer bereits andere Führungen zu diesem Thema mitgemacht hatte, konnte heute noch Neues erfahren. Neben den neuesten Entwicklungen im Rechtstreit um die Unterschutzstellung des „Hohen Buchener Waldes“ gab es rund um die Naturwaldreservate Waldhaus und Brunnenstube viel zu entdecken: Bauwerke des Bibers, Totholz in vielfältigen Variationen, dicke Buchen, die mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben, besondere Pilze und als Höhepunkt zwei Exemplare des Feuersalamanders.

Auch wenn die Sonne in Summe nur wenige Sekunden schien, war es ein wunderschöner Tag in der reichen Natur. Vielen Dank an Hartmut Strunz für die gelungene Führung.


Markttag in Weisendorf 2017 - ein perfekter Tag

Am 01. Oktober war wieder Markttag in Weisendorf und die Ortsgruppe Seebachgrund selbstverständlich wieder mit einem Stand vertreten. Wir hatten Glück mit dem Wetter und mit die ersten Standbesucher waren die Gemeinderäte Karoline Schmidt und Günther Vogel von der Bürgerlichen Wählergemeinschaft Weisendorf. Sie hatten sich entschieden, uns ihre diesjährige Spende eines Sitzungsgeldes zukommen zu lassen. Der Betrag wurde privat noch aufgestockt, damit es für einen stattlichen Nistkasten für den Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, reicht.

HERZLICHEN DANK für die Anerkennung unserer Arbeit aus dem Gemeinderat heraus! Das haben wir so nicht alle Tage und wir haben uns aufrichtig darüber gefreut. Den Nistkasten werden wir demnächst mit der Unterstützung des Bauhofs der Gemeinde im öffentlichen Teil des Schlossparks Weisendorf aufhängen.

Wie im Amtsblatt angekündigt, haben wir fleißig Handys und Smartphones gesammelt, die wir dem Recycling zuführen. Am Abend hatten sich in der Kiste insgesamt 42 Geräte eingefunden. Einfach super, aber damit sind wir mit der Aufzählung unserer Erfolge nicht am Ende.

Die Durchwachsene Silphie, eine Pflanze mit enormer Biomasseproduktion, fand regen Absatz. Die Durchwachsene Silphie hat das Zeug zur Energiepflanze und wir wollen etwas für ihre Verbreitung tun. Sie ist mehrjährig und humusaufbauend, also eine gute Alternative zum Mais. Zudem blüht sie von Juni bis September und die Bienen sind sehr dankbar für das zusätzliche Nahrungsangebot.

Natürlich konnten die Kinder an unserem Stand wieder basteln. Zudem verkauften wir mehrere Nistkästen, führten viele interessante Gespräche und haben die Zeit zum „Netzwerken“ genutzt. Zum krönenden Abschluss konnten wir noch zwei neue Mitglieder für den BUND Naturschutz gewinnen. Kurzum: Ein perfekter Tag!


Natur-Kultur-Wandertag

Natur-Kultur-Wandertag 2017

Auch beim 4. Weisendorfer Natur-Kultur-Wandertag war die BN-Ortsgruppe wieder mit einem Stand vertreten, um über die Arbeit des BN vor Ort zu informieren und neue Mitglieder zu werben. An der Streuobstwiese bei Nankendorf erhielten die Wanderer Informationen zu insektenfreundlichen Pflanzen und konnten mit Vertretern der Ortsgruppe diskutieren. Nicht nur den Kindern, sondern auch vielen Erwachsenen machte es Spaß,  am Glücksrad zu drehen und ihr Wissen um Tiere und Pflanzen zu testen.


Biotopradeln der BN Ortsgruppe Seebachgrund am 23.07.2017

Bei heftigem Westwind trafen sich 10 Naturbegeisterte am Acantus-Hotel in Oberlindach, um an verschiedenen Stationen erstaunliche Details unserer Landschaft kennenzulernen. Hauptmotivation für diesen Termin so kurz vor den Sommerferien war die erhoffte Blüte des südlichen Wasserschlauchs. Doch diesbezüglich wurden wir enttäuscht, der große Weiher im FFH-Gebiet zeigte tags zuvor keine einzige Blüte.

 

Doch diese schlechte Nachricht vorab konnte unsere Neugier nicht bremsen und so kämpften wir uns unverdrossen gegen die Böen bis zu den Weihern am Waldrand vor. Dort verglichen wir verschiedene Weiher unterschiedlicher Bewirtschaftung miteinander. Die Spanne reichte von traditioneller Teichwirtschaft mit versteinten Ufern bis zur totalen Verlandung. Wir trafen den Ameisenbläuling, das „Raubtier“ unter den Schmetterlingsarten, als Indikator für ein gutes Ökosystem, Josef Röhrle zeigte uns verschiedene Libellenarten.

 

Im Wald sahen wir Bereiche mit Kiefern und artenreichem Unterbau ebenso wie kahle Kiefernforste, die keinerlei Vorbereitungen für den Klimawandel aufweisen. Wie wird es dort in zehn Jahren aussehen? Wir werden nachschauen!

 

In der FFH-Fläche „An der Hohen Wart“ gibt es einen Weiher, der etwas versteckt im Wald liegt. Die große Überraschung: Der Weiher war fast vollständig seiner Vegetation, die ihn die letzten Jahre so interessant gemacht hat, beraubt. Dafür sahen wir dort ganz unerwartet doch noch den südlichen Wasserschlauch zu Beginn seiner Blüte. Ein Exemplar dieser fleischfressenden Pflanze zogen wir aus dem Wasser und konnten an den Verdauungsbläschen anhand der Färbung gut deren unterschiedliches Alter erkennen.

 

Zum Abschluss steuerten wir noch den von der Ortsgruppe bewirtschafteten Weiher an. Das Erscheinungsbild mit dem fast vollständigen Rohrkolbensaum hebt sich wohltuend von den nachbarlichen Karpfenbadewannen ab.

 

Für den gemütlichen Ausklang radelten wir in ein Cafe nach Weisendorf: Aber jetzt mit kräftigem Rückenwind und nächstes Jahr gibt es sicher wieder eine sehr abwechslungsreiche Tour.

 


Vortrag von Tom Konopka über "Natur schützen - besser leben" - kommunale Maßnahmen zur Artenvielfalt 29.6.2017 19:30

Einladung zu Vortrag von Tom Konopka über "Natur schützen - besser leben" 

Beim Thema "Natur schützen - besser leben" geht es um kommunale Maßnahmen zur Artenvielfalt und wie mit einfachen und kostengünstigen Ideen für Flora und Fauna viel erreicht werden kann. Anschauliche Beispiele werden zeigen, wie einfach die Wege sind, der Natur zu helfen. Tom Konopka, Regionalreferent des BN für Mittelfranken, wird einen kurzweiligen Vortrag halten.
Goldener Engel, Weisendorf


Erfolgreiche Exkursion: Der Zusammenhang von Jagd und Waldumbau

Beeindruckende 25 Personen haben sich zur BN-Exkursion mit der Waldkorporation Großenseebach getroffen. Vertreten war eine bunte Mischung aus Waldbesitzern, Jägern, der Forstverwaltung und interessierten BN-Mitgliedern. 
Die Waldkorporation hat massive Probleme mit einem hohen Wildbestand und ist daher aus dem Jagdverband ausgetreten, um über die Eigenjagd die Situation zu verbessern.
Der Ansatz „Wald vor Wild“, wie er gesetzlich festgelegt ist, und der Standpunkt „Wald und Wild“, wie er von der Verbandsjägerschaft vertreten wird, prallten schnell in durchaus hitzigen Diskussionen aufeinander. Strittig waren insbesondere die vorgegebenen Abschusszahlen und deren Ableitung aus dem Verbissgutachten, bei dem alle 3 Jahre über ein standardisiertes Verfahren versucht wird die Wildbelastung für den Wald abzuleiten. Dabei ist der tatsächliche Wildbestand unbekannt und prinzipiell unerheblich. Nur über das eindeutige Schadensbild ergibt sich eine Erhöhung oder Minderung der Abschussvorgabe. Ziel ist die Naturverjüngung des Waldes ohne teure und zeitaufwändige Forstkulturzäune.
Nebenbei ging es auch um die zur Bewältigung des Klimawandels erforderlichen Maßnahmen. Die Zukunft verlangt nach trockenheits- und hitzeresistenten Baumarten.

Unabhängig aller Diskussionen ist die Situation anhand der gezeigten Flächen eindeutig. Die Waldkorporation Großenseebach ist in der verzweifelten Lage einen in weiten Teilen erntereifen Waldbestand ohne Unterbau vorzufinden. Die Naturverjüngung scheitert eindeutig aufgrund eines zu hohen Wildbestandes. Umgekehrt verjüngt sich der Wald auf eingezäunten Flächen mühelos und es explodiert die Artenvielfalt.

 Zusammenfassend war es eine absolut erfolgreiche Veranstaltung. Die gesetzliche Festlegung auf den Grundsatz „Wald vor Wild“ wurde uns eindrucksvoll vor Augen geführt und begründet. Zudem bot sich den Waldbesitzern und dem Jagdverband unter fachlicher Begleitung der Forstverwaltung ein Forum zum Meinungsaustausch. Der BN dankt der Waldkorporation Großenseebach für die extrem interessante Führung, allen Teilnehmern für die sachliche Diskussion und wünscht bei den weiteren Maßnahmen viel Erfolg!

Christian Wosegien


Orchideenwanderung bei Hesselberg

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5

Am 8.5.2016 trafen sich in Hesselberg am Gasthof Jägersruh einige Mitglieder der BN Ortsgruppe Seebachgrund zu einer kurzen Wanderung zu der Orchideenwiese im Mohrhofgebiet.

Auf den ungedüngten Wiesenflächen im Naturschutzgebiet Mohrhof leuchten Ende April, Anfang Mai  oft hunderte purpurfarbene  Blüten des Kleinen Knabenkrauts, das in mehreren Farben  hier wächst. Eine unserer besonders schönen heimischen Orchideen, die trotz ihres Massenauftritts zu den geschützten Arten zählt. (Bild 1 und 2)

Das Kleine Knabenkraut Orchis morio wird im Volksmund oft auch als Narrenkappe bezeichnet.  Der  Artnamen morio  leitet sich nämlich aus dem griechischen Wort moros, was so viel wie Narr bedeutet, ab. Wenn man die Blüte mal genauer betrachtet ist dieser Name auch durch nachvollziehbar. (Bild 3)

Die an einem kräftigen Stängel  wachsenden Blüten sind meist purpurfarben, können aber auch violett oder gar weiß sein.

Das mittlere Kelchblatt und die Kronblätter bilden eine Art  Helm. Die seitlichen Kelchblätter sind innen lindgrün und  mit einem auffälligen olivfarbenen Streifenmuster verziert. Die Lippenbasis ist meist hell, fast weiß mit Punkten in der Farbe der Blüte. (Bild 3)

Die Pflanze erscheint oft schon Ende April auf ungedüngten mäßig feuchten Wiesen oder im trockeneren Bereichen von Feuchtwiesen.

Neben dem Kleinen Knabenkraut wächst hier auch  noch eine weitere  Orchidee (Bild 4)
Das breitblättrige Knabenkraut   (Dactylorhiza majalis) Sie wird im Volksmund auch Breitblättrige Fingerwurz  genannt.  Der Blütenstand ist, solange die Pflanze noch nicht voll aufgeblüht ist, eher kegelförmig. Später, in voller Blüte, aber zunehmend  zylindrisch. Die bis zu 40 Blüten  erscheinen  meist  in einem kräftigen Rosa. Mehrere, bis zu 8  dunkel gefleckte Laubblätter sind am Stängel verteilt.

Verfasser: Josef Röhrle