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Pressemitteilungen/Stellungnahmen/Öffentliche Briefe


25.05.2021 - BN Stellungnahme zum Vorentwurf des FNP Höchstadt

Flächennutzungs- und Landschaftsplan

Der BN hat eine umfangreiche, 16-seitige Stellungnahme zum Vorentwurf des Höchstadter Flächennutzungsplans abgegeben und lehnt diesen in dieser Fassung ab. „Dies ist aber nicht der Untergang Höchstadts, und nicht das Ende der Infrastruktur“ kommentiert Helmut König, Kreisvorsitzender des BN Artikeln in NN und FT, „sondern der Aufruf, dass es in diesem Umfang mit Flächenausweisungen im gesamten Stadtgebiet nicht mehr so weitergehen kann. Wer ein Herz für Kinder hat, schont auch die Natur.“

Schon 2010 hat der BN darauf hingewiesen, dass ein Flächenmanagement dringend nötig ist, passiert sei wenig. Selbst im Koalitionsvertrag von CSU und FW werde auf das Ziel hingewiesen, maximal 5 Hektar pro Tag auszuweisen. Aktuell werden im bayrischen Durchschnitt 11 Hektar pro Tag verbraucht. Als gäbe es kein Morgen, trotz Warnung aus Wissenschaft und Politik.

Der BN als überparteilicher Verband hat sich nun an einen Vorschlag eines ehemaligen Landes- und Bundestagsabgeordneten der CSU Josef Göppel gehalten, und auf Basis von 11 bzw. 5 Hektar pro Tag den „erlaubten“ Flächenbedarf für Höchstadt ermittelt. König hat errechnet, dass Höchstadt den bayrischen Durchschnitt dabei um mehr als 144 Prozent, und das gewünschte Ziel um 388 Prozent (!), also fast das Vierfache überschreitet. „Das sind die Fakten“, so König, „selbst in Orten wie Greiendorf oder Biengarten sollen Siedlungsflächen um 66 bzw. 43 Prozent vergrößert werden.“

Es geht aber laut BN auch anders. „Während Höchstadt für einen (bis 2037) prognostizierten Bevölkerungszuwachs von 677 Einwohnern satte 53 Hektar für neue Wohngebiete beansprucht, konnte in Adelsdorf für dieselbe Bevölkerungszahl im Wohngebiet Reuthsee entsprechender Wohnraum auf nur 12 ha bereitgestellt werden. Selbst wenn man eine derart kompakte, flächensparende Bauweise wie im Reuthseegebiet teils auch aus guten Gründen ablehnt, zeigen die Zahlen drastisch wieviel Raum für eine maßvollere Planung bestünde.

Diese maßlosen Flächenansprüche der Stadt Höchstadt sind aus BN Sicht tatsächlich eine Bedrohung der Zukunft der Kinder, aber offenbar nicht identisch mit den Vorstellungen des Höchstadter Bürgermeisters. Hinter diesen nackten Zahlen stehen dramatische Entwicklungen, die nicht nur die Lebensqualität und den Naturhaushalt, sondern die Artenvielfalt enorm gefährden. Der BN ist gegen eine ausufernde Wohnbebauung im Umfeld des Häckersteigs, da dieser ein kulturhistorisches wie ökologisches Kleinod mit besonders artenreicher Feldflur darstellt.  Inakzeptabel sind auch die Planungen für ein 27 ha umfassendes Gewerbegebiet im Schwarzenbachtal am westlichen Stadtrand sowie einer Ausgleichsfläche direkt neben einem Feuchtbiotop am Rand des Vogelschutzgebiets Aischgrund, nahe der Kläranlage Höchstadt.
„Hochbedrohte Feldvogelarten wie Rebhühner, Feldlerchen und der in der Region inzwischen vom Aussterben bedrohte Kiebitz brüten dort regelmäßig noch in mehreren Paaren. Eingriffe in so hochwertige Bereiche seien daher heute unverantwortlich und praktisch nicht ausgleichbar.“, so der Biologe Manfred Ludwig und betont, dass „Artensterben nicht so einfach vom Himmel fällt und hier vor der eigenen Haustür stattfindet“.

Die Stadt sollte dringend über ihr Flächenbeschaffungskonzept, über Innenentwicklung und eine kreativ verdichtete Wohnstruktur nachdenken, sind sich die Naturschützer einig.

Für Rückfragen
Helmut König, 1. Kreisvorsitzender

Weitere Informationen finden Sie hier


19.04.2021 - Pressemitteilung zur Stellungnahme Südumfahrung Niederndorf-Neuses

Planfeststellungsverfahren Herzogenaurach

Der BUND Naturschutz (BN) hat im Rahmen seiner Aufgaben als Träger öffentlicher Belange eine umfangreiche Stellungnahme zur Südumfahrung erstellt. In der kurzen Frist sei eine beachtlich präzise Darstellung der Problempunkte gelungen, so Helmut König, Vorsitzender der BN Kreisgruppe. „Unsere Biologen haben uns nebenberuflich bestmöglich unterstützen, obwohl sie gerade im Frühjahr schwer ausgelastet sind, erklärt König.

Die Stellungnahme hat es aber in sich. Hier können nur die wesentlichen Problempunkte angesprochen werden, um den Rahmen nicht zu sprengen. Die wohl gravierendste Aussage laut König ist, dass „Verbotstatbestände nicht nur für den Mittelspecht, sondern auch für das Braunkehlchen und die seltene Bekassine“ vorliegen. Der Lebensraum dieser Tiere wird bedroht und kann nach Ansicht des BN auch nicht ausgeglichen werden. „Wie soll das denn funktionieren, wenn schon in den Vogelschutzgebieten im Landkreis seit Jahren der Erhalt dieser Arten nicht gelang“, bestätigt König die Aussagen der beteiligten Ornithologen. Verbotstatbestand nach EU-Recht bedeutet, dass die Straßenplanung eingestellt werden muss.

Es wird aber noch mehr bemängelt. Horst Eisenack, Ortsvorsitzender des BN-Herzogenaurach stellt in einer Detail-Arbeit fest, dass gravierende Wasserprobleme auf die Landwirtschaft und den Wald zukommen werden. „Belastetes Oberflächenwasser fließt in gesetzlich geschützte Biotope und zerstört dort langfristig die Vegetation oder wird schnellstmöglich in einen Vorfluter abgeleitet. So stellten die BN-Fachleute fest, dass auch ein Sumpfwald betroffen ist, der in der Planung überhaupt nicht auftaucht. Walddurchstiche fördern das Baumsterben durch Grundwasserabsenkungen oder Erwärmung zusätzlicher Waldränder.“

Ein zweites, sehr umfangreiches Fachgutachten bezieht sich auf den angeblichen volkswirtschaftlichen Nutzen und damit auf den CO2-Ausstoß. Das Ergebnis zeigt, dass die Südumfahrung um 2000 Tonnen CO2 jährlich mehr ausstoßen wird als die bisherige Streckennutzung. „Wollte man dies durch Bepflanzung kompensieren, wären 180 Hektar neuer Wald nötig. Das ist eine Fläche, begrenzt durch die Südumfahrungsstrecke und die Aurach.“ erklärt Eisenack, „also kein Vorzeigeprojekt in Sachen Klima für Herzogenaurach.“

Aber auch das mangelhafte Fledermaus-Monitoring und hohe Amphibienwanderungen werden thematisiert. „Wir beanstanden Naturzerstörung in Brasilien, haben aber Artenverlust vor der Haustür. Und Ausgleich ist für viele ein Alibi-Argument“, so der Kreisvorsitzende, „so stellt man nur sein Gewissen ruhig, der Natur nützt es aber wenig“.

Der BN fordert, dass Stadträte endlich mit den Bürgern aus Niederndorf und Neuses nach naturverträglichen Abhilfen suchen, der BN hat dazu viele Alternativen aufgeführt. „Auch die Firma Schaeffler, die bis 2030 CO2-neutral sein will, sollte nicht vergessen, dass auch der Transport zum CO2-Fußabdruck gehört, und entsprechend handeln“, so die Naturschützer.

Für Rückfragen
Helmut König, Kreisvorsitzender


29.03.2021 - Flächennutzungsplan weist massiv Flächen aus

Flächennutzungs- und Landschaftsplan Höchstadt

Die Stadt Höchstadt hat nach 30 Jahren endlich einen neuen Flächennutzungs- und Landschaftsplan zur Aufstellung gebracht. Es war auch allerhöchste Zeit. Seit die Stadt zum Mittelzentrum erhoben wurde, wächst der Flächenbedarf massiv. Nun wurde von der Kreisgruppe eine erste Grobabschätzung der Flächenausweisungen abgegeben, und diese fällt absolut negativ aus. Eine ausführliche Analyse muss in den nächsten Wochen noch erfolgen.

Bezieht man die Flächen oder die Einwohnerzahlen der Stadt Höchstadt mit ihren Ortschaften auf den, von der Regierung (Flächensparen) gewünschten Flächenverbrauch von 5ha/Tag als Basis, und rechnet man mit einer Gültigkeitsdauer der Planung von 15 Jahren, dann verbraucht Höchstadt mindesten das 4-fache des bayerischen Durchschnitts. Selbst bezogen auf den aktuellen Flächenverbrauch von 10ha/Tag (LfU) ist das immer noch mehr als das Doppelte des Bayerndurchschnitts.

Hierbei sind die freien oder zwischenzeitlich wieder unbenutzten Flächen noch gar nicht miteingerechnet. Aus Sicht des Naturschutzes stehen dabei zwei Standorte besonders im Fokus: Der Häckersteig und das Aischtal. Der Häckersteig, eine alte, absolut schützenswerte Terrassenlandschaft, die unbedingt erhalten werden muss. In der Aischaue ein geplantes Gewerbe- und Industriegebiet, eingelagert in eine vorhandene Teichlandschaft am Schwarzenbachgraben, obwohl im Osten Höchstadts bereits ein großes, teilweise lückiges Gewerbegebiet (Am Aischpark) existiert.

Nun sind die Planungsunterlagen zugänglich, wir werden diese im Detail prüfen. Wir hoffen, dass der Stadtrat noch zu der Überzeugung kommt, dass es so nicht weitergehen kann. Erste Kommentare aus dem Gremium lassen aber bisher wenig Umdenken erkennen.

Für Rückfragen
Helmut König, 1. Kreisvorsitzender


08.03.2021 - Bebauungsplan Aischtalring in Aisch

Adelsdorf/Aisch

Ende 2020 wurde auf Antrag der Grünen im Gemeinderat beschlossen, trotz eines beschleunigten Verfahrens nach §13b BauGB (Baugesetz) einen Umweltbericht zu erstellen. Dieser ist in der Begründung nur sehr rudimentär vorhanden, und sollte daher ergänzt werden. Trotz dieses Verfahrens sind die Umweltbelange zu ermitteln, inhaltlich zu prüfen und gerecht abzuwägen. Entsprechendes gilt auch für den Vorrang der Innen- vor der Außenentwicklung, also die Suche nach Nachverdichtungsmöglichkeiten.

Der BN lehnt Ausweisungen im Außenbereich nach dem vereinfachten Verfahren nach §13b BauGB ab. Dieser wurde Ende 2019 kurz vor Auslauf dieses Gesetzes im Gemeinderat beschlossen. Sollte diese Ausweisung vom Landratsamt akzeptiert werden, so müssen mindestens die Bauflächen wie geplant in verdichteter Bauweise erstellt werden.

Die artenschutzrechtliche Prüfung ist leider in mehreren Punkten mangelhaft, damit sind auch die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Arten unzureichend. Rebhuhn, oder mehr noch Kiebitze wurden überhaupt nicht beachtet, obwohl sie dort imer wieder vorkommen.

Für Neubauten sollten Solaranlagen zwingend vorgeschrieben werden (Adelsdorfer Klimaoffensive).

Für Rückfragen:
Helmut König, Kreisvorsitzender