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20.02.2024 - Amphibienausstellung - Sammlung gestartet

Am 20.02.2024 eröffnete der Bund Naturschutz (BN) im Röttenbacher Rathaus eine Wanderausstellung über die Amphibien unserer Region, die ab März in Herzogenaurach und ab April in Heßdorf zu sehen sein wird. Der Ortsvorsitzende Christoph Recher begrüßte Harald Rotschka, den zweiten Bürgermeister Röttenbachs, sowie den Kreisvorsitzenden Helmut König und die Biologin und Ortsvorsitzende im Seebachgrund, Elke Seyb. Auf 13 Infotafeln wird die allgemeine Situation der meist streng geschützten Tiere dargestellt. Eine Tafel bezieht sich dabei auf die lokale Situation im Landkreis.
Nach Rotschkas Grußwort schilderte König die aktuelle Situation der Amphibienwanderung, die aufgrund der frühzeitigen und ungewöhnlich hohen Temperaturen in vollem Gange ist.

Dabei bemängelte er neben dem Hauptstörfaktor Klima- bzw. Temperaturkapriolen auch die zunehmende Bürokratie und die damit verbundenen Prozessketten und Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Behörden und den Sammlern. Auch spielen Personalmangel oder Krankheitstage eine Rolle. Regierung, Straßenbauämter, Kreis- und Gemeindebauhöfe müssen eingeschaltet werden und ihre Prozesskette muss strikt eingehalten werden. „Ist uns absolut verständlich, aber manchmal wird übertrieben“ betonte König. „So werden kurzfristig neue, selbst beim TÜV noch nicht notwendige Schutzwesten vorgeschrieben, die erst bestellt, geliefert und an die Sammler verteilt werden müssen. Das verzögert den Sammelstart um zwei Wochen, voraussichtlich noch mehr. In der Zwischenzeit hat die Wanderung begonnen und der größte Schwung der Amphibien ist gestartet. Das Ergebnis kann man an den platt-gefahrenen Tieren auf der Straße besichtigen.“ Auch müssen Duldungserlaubnisse von den einzelnen Straßenbehörden eingeholt werden. Die Übergänge sind seit Jahren immer die gleichen.
Die hohen Tag/Nacht-Temperaturschwankungen, bedingt durch unsere Klimaänderungen, zwingen zu einer schnelleren und effektiveren Amphibienrettung. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, auf der lokalen Auswertung basierend, dass die Zahl von Fröschen, Kröten und Molchen an den Übergängen stetig sinkt. „Die Sammler reparieren ja nur die Fehler früherer Straßenplanungen, welche Amphibien-Wanderwege durchschnitten hatten. In 20 Jahren wurden an insgesamt 11 Übergängen im westlichen Landkreis alleine über 110000 Erdkröten über die Straße geholfen.“ so König.

Die Kreisgruppe bedankt sich aber ausdrücklich bei der Unteren Naturschutzbehörde und den Bauhöfen. Dort sind die Probleme bekannt und es wird auch sukzessive verbessert und daran gearbeitet. So hat der Kreisbauhof begonnen, an den Übergängen feste Zäune zu installieren. Damit wird das Problem Schneeräumung beseitigt. Es muss aber auch geprüft werden, ob die Durchgänge unter der Straße auch angenommen werden. Leider gibt es auch unerwartete Zwischenfälle „So ist letztes Jahr bei einer Feuerwehrübung das Wasser aus einem gerade abgelaichten Teich als Spritzwasser abgepumpt worden“ erwähnt König, „die Übergangsbetreuerin Monika Beck war entsetzt.“
Man bat nochmals eindringlich die Autofahrer um Rücksicht an den beschilderten Amphibienübergängen. Manche Strecken liegen in Kurven und sind nicht wirklich einsehbar. „Bisher hatten wir nur tote Amphibien.“

Zum Schluss erklärte Elke Seyb die hauptsächlich bei uns über die Straßen wandernden Amphibien. Dazu zählen am häufigsten die Erdkröten. Die Grasfrösche sind schon um zwei Zehnerpotenzen seltener. Alle anderen werden in sehr unterschiedlicher, höchstens zweistelliger Zahl an den Übergängen angetroffen. Dazu zählen dann Wasser- und Teichfrösche, Teichmolche, Bergmolche und Laubfrösche. Auch Knoblauchkröten und sogar einige Moorfrösche wurden schon gerettet. Gerade letztere Art ist im Landkreis stark gefährdet. Trotz intensiver Maßnahmen durch die lokale Naturschutzbehörde geht der Bestand erschreckend zurück. „Seit 2019 verharrt die Population auf niedrigen Werten und steht am Rande des Aussterbens. Schuld ist die Klimaveränderung, der Wassermangel im Frühjahr und als Folge die trockenen Teiche im Sommer.“ zitiert die Biologin aus Fachkreisen.

Für Rückfragen:
Helmut König, Vorsitzender