Pressemitteilungen/Stellungnahmen/Öffentliche Briefe


21.01.2018 - Ernsthafte Bewertung der Aurachtalbahn

Der BN appelliert an Bürgermeister und Stadträte der Stadt Herzogenaurach, die Aurachtalbahn ernsthaft zu prüfen. Eine Pro-Forma-Prüfung nützt nicht einer nachhaltigen Verkehrsstrategie fόr Herzogenaurach fόr die nächsten Jahrzehnte.

In Bürgerversammlung am 05.12.2017 stimmte die Mehrheit der anwesenden Bürger für den Antrag, die Aurachtal Bahntrasse einer ernsthaften Bewertung zu unterziehen. Das fordert auch der BN, die Regierung von Mittelfranken, und wohl auch ein großer Teil der Bevölkerung.
Der BN bittet um eine belastbare Neubewertung für ein Gesamtkonzept eines öffentlichen Nahverkehrs, bei der die Bahntrasse ein wesentlicher Teilbereich ist. Für die Entscheidung der Zustimmung zu einer belastbaren Neubewertung verweist der BN auf eine kursierende 24-seitige Projektstudie eines ausgewiesenen Bahn-Experten (dem Stadtrat und der Presse bekannt), die wesentliche Fakten zur Bahntrasse aufzeigt.

  1. Der Betrieb einer Schienen-Bahn auf der Bestandstrasse ist hochwirtschaftlich, und dies bereits auf Basis der Daten der StUB-Studie von 2012 (sogar noch ohne Berücksichtigung des Siemens-Campus). Die dort ausgewiesenen Nutzerzahlen (5.000/Tag) übersteigen bei weitem die Zahlen vieler Regionalbahnen.
  2. Die Taltrasse ist zu einem Bruchteil der StUB Kosten im niedrigen einstelligen Prozentbereich wiederherstellbar, deutlich weniger als z.B. das geplante Bürgerzentrum gekostet hätte.
  3. Zu diesen Bruchteilkosten in Größenordnungen, die von der Stadt auch allein zu stemmen wären, wäre eine Bund/Länder Förderung wahrscheinlich, da bzgl. des Nutzen/Kosten Indikators eine Marke von mind. 1,0 erwartbar ist.
  4. Der Autor des Projektpapiers sieht die Option einer Kombination mit der StUB L-Variante mit einer Tal S-Bahn als ein sich gut ergänzendes Angebot, final sogar mit einem Ringschluss.
  5. Es ergeben sich weitergehende Zukunftsperspektiven mit Fortsetzung der Taltrasse im Aurachtal.
    Auch die Verkehrsprobleme im Osten von Herzogenaurach verlangen zunehmend Lösungen.
  6. Eine Realisierbarkeit und damit vorzeitige Verkehrsentlastung wäre bereits innerhalb von 5 Jahren möglich, da sich die Grundstücksfrage weitgehend nicht stellt.
  7. Mit Siemens Mobility vor der Haustür bestehen beste Bedingungen zum Einsatz neuester Technologien,
    in der Studie gibt es vielerlei Details dazu.


Der BN appelliert an die Stadträte: Entscheiden Sie für ein Verkehrskonzept für Herzogenaurach, das die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit bewertet. Aus unserer Sicht ist das Festhalten am Individualverkehr und einem weiteren Straßenbau kein nachhaltiges Zukunftskonzept.
Stimmen Sie für eine aussagekräftige Bewertung der Bestandstrasse nach dem standardisierten Verfahren, um ein effizientes und zukunftsfähiges Verkehrskonzept für Herzogenaurach zu erhalten.

Für Rückfragen:
Helmut König, 1. Vorsitzender Kreisgruppe

Dr. Horst Eisenack, 2. Vorsitzender Ortsgruppe Herzogenaurach


01.01.2018 - Widerspruch gegen Eisenbahn-Bundesamt

Der BN hat Ende Dezember 2017 Widerspruch gegen die Freistellung von Teilen der Aurachtal-Bahnstrecke bei Herzogenaurach beim Eisenbahn-Bundesamt (Bescheid vom 20.12.2017) eingelegt. Entgegen des Bescheides des Eisenbahn-Bundesamt in Nürnberg sind wir der Auffassung, dass die Begründung der Landesplanerischen Beurteilung der Regierung von Mittelfranken zum Raumordnungsverfahren (ROV) der Südumfahrung Niederndorf-Neuses nicht gerecht wird. Außerdem wird das Ergebnis einer noch ausstehenden Prüfung einer Alternativstrecke im Planfeststellungsverfahren zur Südumgehung Niederndorf-Neuses durch die Stadt Herzogenaurach vorweg genommen. In der Landesplanerischen Beurteilung wird bereits im Gesamtergebnis auf Seite 1 folgendes festgehalten: „Die Ortsumfahrung ist so zu gestalten, dass die Einrichtung einer Stadt-Umland-Bahn möglich ist. Darüber hinaus sind die Kreuzungspunkte mit der ehemaligen Bahnlinie Erlangen-Bruck – Herzogenaurach so auszuführen, dass bei Bedarf zukünftig ein elektrischer Betrieb der Linie hergestellt werden kann.“ Dies impliziert ausdrücklich auch einen Bahnbetrieb, der bei gerechtfertigter und kostengünstigerer Nutzung als Personen- oder/und Güterverkehr zu berücksichtigen ist. Nun hat die Stadt Herzogenaurach in einem früheren Ratsbeschluss außerhalb des Bauleitverfahrens beschlossen, die Nutzung der Aurachtalbahn-Trasse nicht weiter zu verfolgen. Dies war in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass aus Sicht der Stadträte ökonomisch wie ökologisch mögliche, aber aus Rücksicht auf die Firma Schaeffler nicht gewollte Varianten frühzeitig aussortiert wurden. Im ROV wurden nicht mögliche Alternativen, sondern lediglich wenig differenzierte Varianten von fast gleichlaufenden Straßenverläufen einer Prüfung unterzogen. Erst im November 2017 kam der Stadtrat zu der Einsicht, dass dieses Verhalten eventuell Probleme in Bezug zu der Auflage der Landesplanerischen Beurteilung, und somit auch mit dem Raumordnungsgesetz ergeben könnte. Der Herzogenauracher Stadtrat beschloss daher, diese „notwendige Alternative“ nachzuholen, indem ein Auftrag über 160.000 EUR an ein Planungsbüro erging (Pressemitteilung Nordbayerische Nachrichten, 17.11.2017, „Talvariante wieder auf dem Tisch: Eine Prüfung ist erforderlich“), um ein entsprechendes Gutachten noch erstellen zu lassen. Aus unserer Sicht ist dieser Sinneswandel nicht einer tatsächlichen Aufklärung geschuldet, sondern dient lediglich dazu, die rechtlichen Auflagen zu erfüllen. Eine nicht unerhebliche Wirkung hat daher auch der Bescheid zur Freistellung der Bahnlinie durch das Eisenbahn-Bundesamt. Es besteht die Gefahr, dass das Ergebnis der neuen Untersuchung dadurch bereits in bestimmte Bahnen gelenkt wird. Das kann und sollte nicht im Sinne des Raumordnungsgesetzes sein. Auch wird die Variante einer StUB oder Bahnlinie über Erlangen Hauptbahnhof-Bahnhof Bruck-Bahnhof Frauenaurach-Bahnhof Herzogenaurach in den Untersuchungen zur StUB von 2012 mit den aktuellen Gegebenheit eines neu entstehenden Siemens Campus im Süden Erlangens überhaupt nicht berücksichtigt. Wegen der sich damit ändernden Streckenbelastungen (Personen/24h) für eine Bahn- oder StUB-Verbindung über das bestehende Bahngleis ist eine Neubewertung des Nutzen-Kosten-Indikators selbst für die StUB unumgänglich, will man den Bürgern eine faktenbasierte Grundlage für ihre Kostenbeteiligung liefern. Und damit könnte auch das Bahngleis wieder benötigt werden, zeigt doch die Nutzen-Kosten-Untersuchung für die StUB nach dem Standardisierten Bewertungsverfahren ab Bahnhof Herzogenaurach eine höhere Streckenbelastung (in Personen/24h) als der StUB-Zweig bis Büchenbach. Solange diese Entscheidung nicht getroffen ist, sollte auch die Freistellung nicht erfolgen. Der BN bittet daher, den Bescheid unter Berücksichtigung dieser Punkte nochmals zu prüfen und zurückzuziehen.
Für Rückfragen:
Helmut König, 1. Vorsitzender Kreisgruppe
Dr. Horst Eisenack, 2. Vorsitzender Ortsgruppe Herzogenaurach